Spitzbergen: Sysselmester beschlagnahmt russisches Schiff

Spitzbergen (Norwegen). Der Sysselmester hat gestern Abend auf Anordnung des Amtsgerichts Nord Troms und Senja das russische Schiff  „Professor Moltschanow“ beschlagnahmt, das gerade vor Barentsburg liegt. Die ukrainische Gesellschaft Naftogaz hatte dies als Entschädigung für enteignete Vermögenswerte auf der Krim beantragt. Das meldete das Büro des Sysselmesters.

Professor Moltschanow am Kai von Barentsburg. Archivbild Alastair Rae/Wikimedia, CC BY-SA 2.0,

Laut Naftogaz schuldet der russische Staat dem staatseigenen ukrainischen Unternehmen Naftogaz 4,22 Milliarden US-Dollar für enteignete Vermögenswerte auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim. Das Amtsgerichts Nord Troms und Senja  hatte die Ansprüche von Naftogaz am 31. August anerkannt. Zu den Aufgaben des Sysselmesters auf Spitzbergen gehören auch Vollstreckungen. Das Schiff liege nun am Kai in Barentsburg fest, bis das Gericht oder der Sysselmester etwas anderes bestimme, heißt es vom Büro des Sysselmesters. Um die Mannschaft und die Passagiere an Bord des Schiffes kümmere man sich in Kooperation mit Trust Arktikugol, der russischen Bergbaugesellschaft in Barentsburg.

Dass Naftogaz das Recht auf Entschädigung durch Russland hat, wurde 2023 auch vom Ständigen Schiedsgerichtshof in Den Haag so gesehen. Da Russland nicht freiwillig gezahlt hat, versucht Naftogaz nun, russische Vermögenswerte in anderen Ländern als Entschädigung beschlagnahmen zu lassen.

Schiff verkehrte zwischen Murmansk und Barentsburg

Die 71 Meter lange „Professor Moltschanow“ verkehrte im vergangenen Jahr und auch in diesem Jahr mehrfach zwischen Murmansk und Barentsburg. Vor allem die Angestellten von Trust Arktikugol und ihre Familien reisten damit, aber auch Touristen. Sysselmester und Zoll hatten darauf auch Kontrollen durchführen lassen, wie Svalbardposten berichtete. 

Ein anderes Objekt, das Naftogaz gerne als Entschädigung hätte, ist das Russkij Dom (Russisches Haus) in Longyearbyen. Hier dauert der Rechtsstreit noch an.

Früherer Artikel zum Thema:

Wegen Russland-Sanktionen: Erstmals Zoll auf Spitzbergen

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Inlandeis Grönland: 30 Jahr negative Gesamt-Massebilanz

Grönland. Die Gesamt-Massebilanz des grönländischen Inlandeises endete auch in der Saison 2025/2026 im Minus – und das zum 30. Mal in Folge. Der Eisverlust von rund 173 Milliarden Tonnen ist zwar nicht der größte in der zurückliegenden 30-Jahres-Periode, doch es bleibt eine konstante Tendenz zum Verlust. Das meldete das geologische Forschungsinstitut für Dänemark und Grönland, GEUS.

Auch dieser Eisberg war mal Teil des Inlandeises. Foto Thomas Christiansen

Ein Gletscherjahr dauert vom 1. September bis zum 31. August. Damit wird ein kompletter Zyklus von Wachstum im Winter und Abschmelzen im Sommer erfasst. Für das grönländische Inlandeis begann die Saison 2025/2026 mit einem  Winter, in dem vergleichsweise wenig Schnee fiel. Dafür begann der Sommer auch vergleichsweise kühl.  „Ab Ende Juli änderte sich das Wetter deutlich, und die Hitze brachte die Schmelze richtig in Gang“, so Martin Stendel von GEUS. 

Eisverlust durch Schmelzen und Kalben

In die Gesamtbilanz fließen zwei Prozesse ein: die Oberflächen-Massebilanz, die aufgrund des anfangs kühlen Sommers vergleichsweise gut ausfiel, und der Eisverlust durch kalbende Gletscher. Insgesamt ergab dies für das grönländische Inlandeis einen Eisverlust von rund 173 Milliarden Tonnen. Für die Erfassung der Eismengen werden verschiedene Verfahren kombiniert: automatische Messstationen, Satellitenmessungen, Luftbilder und Modellberechnungen. 

Gesamt-Massebilanz Inlandeis Grönland. Quelle GEUS

Die jährliche Gesamt-Massebilanz kann aufgrund der vielen unterschiedlichen Faktoren stark schwanken. So ist der Verlust dieses Jahr zwar größer als die beiden Jahre davor, aber weit entfernt vom Negativ-Rekordjahr 2012, als der Verlust 458 Milliarden Tonnen betrug. Ein weiteres Jahr mit einem hohen Defizit war 2019 mit 434 Milliarden Tonnen Eisverlust. Das letzte Jahr mit einer positiven Gesamtbilanz war 1996, als ein Zuwachs von 134 Milliarden Tonnen registriert wurde. 

Damit hält die Verlustserie nun schon 30 Jahre an. Eine Entwicklung mit derselben Tendenz über 30 Jahre ist für Meteorologen signifikant – 30 Jahre dauert eine ganze klimatologische Referenzperiode. Das Abschmelzen des grönländischen Inlandeises trägt auch zum steigenden Meeresspiegel bei.

Früherer Artikel zum Thema:

Grönlands Inlandeis: Rückgang zum 29. Mal in Folge

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Neue Bilder in der Galerie: Unterwegs zwischen Sommer und Herbst

Mäntyrova, Nationalpark Pallas-Yllästunturi. Foto Céline Lalubie

Die Sommer nördlich des Polarkreises sind kurz – das merkt man nicht nur daran, dass die Tage wieder kürzer werden. Die ersten Anzeichen des Herbstes können sich schon im August einschleichen. Wie auf der jüngsten Reise von Céline Lalubie, von der es ziemlich aktuelle Bilder in der neuen Galerie gibt: Nationalpark Lemmenjoki, Nationalpark Pallas-Yllästunturi (beides Finnland) sowie Nuolja (Schweden). Das Wetter war nicht optimal, aber es gab doch immer wieder etwas zu entdecken. Seht selbst!

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Markenschutz bleibt: Rovaniemi weiter „Weihnachtsmann-Stadt“

Rovaniemi (Finnland). Rovaniemi bleibt die „offizielle Heimatstadt des Weihnachtsmannes“ , und kein anderer Ort darf damit werben. Das entschied nun das europäische Amt für geistiges Eigentum, EUIPO, wo dies als Handelsmarke eingetragen ist. Dagegen hatte ein niederländischer Journalist geklagt. Darüber berichtete Yle.

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Struktur des Narwal-Zahns entschlüsselt

Grönland. Warum sieht ein Narwal-Zahn aus, wie er aussieht? Mehr als einen Meter lang, gerade, aber helixartig gedreht? Diese Frage hat nun ein internationales und interdisziplinäres Team gelöst. Mithilfe von drei verschiedenen Teilchenbeschleunigern konnten die Wissenschaftler der Universitäten Aarhus, Chalmers (Göteborg) und Nuuk die Struktur eines solchen Zahns entschlüsseln. Dabei fanden sie unter der äußeren linksdrehenden Struktur noch eine weitere, gegenläufige.  Dazu erschien auch ein Artikel in Nature Communications.

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Island: Mehrheit gegen Verhandlungen mit der EU

Island in die EU?

Island. Eine Mehrheit der isländischen Wahlberechtigten hat gegen Verhandlungen mit der EU gestimmt: 52,8 Prozent waren dagegen, 47,2 Prozent dafür. Der Unterschied war damit größer als in den Prognosen. Die Zustimmung war am höchsten im Bereich Reykjavík, während außerhalb der Hauptstadt die Nein-Stimmen – teilweise sehr deutlich – überwogen.  (Quelle RÚV / mbl.is ) Die Wahlbeteiligung war dabei in allen Bezirken mehr als 80 Prozent. In den Bezirken mit überwiegend Nein-Stimmen war sie sogar höher als in Reykjavík.

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Extratouren mit Snälltåget nach Trondheim und Narvik

Schweden. Snälltåget baut sein Streckennetz aus – sowohl für reguläre Touren als auch für Sonderfahrten. Anfang September können Reisende dabei sein, wenn Snälltåget erstmals testweise über die frisch elektrifizierte Strecke von Schweden nach Trondheim rollt. Ende November kann man dann ausnahmsweise durchgehend von Malmö bis Narvik fahren – und nach drei Tagen wieder zurück.

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Der norwegische König Harald ist tot

König Harald und Königin Sonja bei der Kranzniederlegung im Juni 2025 in Longyearbyen, Spitzbergen

Norwegen. König Harald von Norwegen starb heute morgen um 6.35 Uhr im Rikshospital in Oslo. Er war bereits seit zehn Tagen im Krankenhaus, und das, was darüber nach außen kommuniziert wurde, hatte bereits angedeutet, dass es diesmal ernst sein könnte. König Harald wurde 89 Jahre alt und galt als eine integrative Persönlichkeit. Er war 35 Jahre lang Norwegens Staatsoberhaupt. Sein Nachfolger ist sein Sohn Haakon, der nun automatisch König geworden ist.

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Morgen entscheidet Island über EU-Verhandlungen

Island. Morgen sind die Isländer zum Referendum aufgerufen: Soll Island die Verhandlungen über eine EU-Mitgliedschaft wieder aufnehmen oder nicht? In den Prognosen liegen die beiden Seiten fast gleichauf. Die Regierung hat zugesichert, dass sie das Ergebnis repektieren wird. Das Referendum ist noch keine Abstimmung über einen tatsächlichen EU-Beitritt. Sollte es tatsächlich Verhandlungen über den EU-Beitritt geben, sollen die Wähler anhand der ausgehandelten Bedingungen entscheiden (aktualisiert).

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Zwei deutsche Touristen als Brandstifter auf den Lofoten verurteilt

Lofoten (Norwegen). Vier Brände in neun Tagen im Umfeld des kleinen Örtchens Laukvik auf den Lofoten – da wurden die Ortsansässigen misstrauisch. Nun sind zwei junge deutsche Touristen vom Amtsgericht Salten und Lofoten für die Brandstiftung verurteilt worden: Einer zu acht Monaten Gefängnis, einer zu zwei Jahren und acht Monaten. Letzterer will das Urteil anfechten. Darüber berichtete NRK.

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