Heute kein Schiffsverkehr in der Bottenwiek – Sturm bewegt das Eis

Finnland/Schweden. Die Temperaturen sind gestiegen – aber das dicke Ostseeeis ist im Norden und Osten immer noch da. Aufgrund einer Sturmwarnung ist der Eisbrecherbetrieb in Kvarken und der Bottenwiek aber heute eingestellt, denn die sich bewegenden und auftürmenden Eisschollen können Schiffe beschädigen. Damit ruht aktuell der Schiffsverkehr im nördlichen Ende der Ostsee (fast) komplett, auch die Fähre Aurora Botnia zwischen Umeå und Vasa hat ihre Fahrten eingestellt. 

Eislage und Hafenrestriktionen. Quelle: Screenshot der Übersicht bei Baltice.org

„Eis, das sich stark bewegt, kann die Handelsflotte beschädigen, auch wenn die Schiffe eisverstärkt sind“, so erklärt die Vertreterin der finnischen Verkehrsbehörde gegenüber Yle, warum der Eisbrecherdienst während des Sturms ruht. Sobald der Wind abflaue, werde die Arbeit wieder aufgenommen. Unter den aktuellen Bedingungen in der Bottenwiek ist es kaum einem Schiff möglich, ohne Eisbrecher einen Hafen zu erreichen, selbst wenn es im südlichen Bereich einige Gebiete mit weniger Eis gibt. Auch die Eisbrecherdienste in den Häfen selbst sind in sämtlichen finnischen Häfen von Pori bis Tornio sowie in Luleå und Umeå-Holmsund eingestellt. 

Eisfläche vom Wind zusammengeschoben

Eiswälle vor der Insel Hailuoto (Archiv)

So ist die Eislage auf der Ostsee aktuell laut FMI: Die größte Ausdehnung gab es am 20. Februar mit 181 000 Quadratkilometern. Seitdem ist die eisbedeckte Fläche wieder geschrumpft, nicht nur aufgrund der wärmeren Temperaturen, sondern vor allen, weil der Wind Eisschollen zusammen- und übereinanderschiebt. So können sich Eiswälle auftürmen, die viel schwieriger zu überwinden sind als eine einfache Eisfläche. Das Symbol auf der Eiskarte dafür sind zwei schwarze Dreiecke mit den Spitzen nach oben.

Sturm komprimiert Eis in der Bottenwiek

Dickes Treibeis, inklusive Eiswälle, gibt es aktuell noch in Kvarken und der Bottenwiek, im östlichen finnischen Meerbusen und in der Riga-Bucht. Aufgrund des Sturms erwartet das Finnische Meteorologische Institut eine Eisverschiebung nach Nordosten. Dadurch wird das Eis in der Bottenwiek weiter zusammengepresst. Entlang der finnischen und nordschwedischen Küste liegt noch festes Eis bis zu 80 Zentimetern Dicke.

Fähre Aurora Botnia stellt heute Betrieb ein

Aufgrund des Sturms und der fehlenden Eisbrecherunterstützung hat die Fähre Aurora Botnia der Wasaline, die zwischen Vaasa und Umeå verkehrt, bereits gestern Abend Fahrten eingestellt. Sie liegt aktuell in Vaasa. Morgen früh soll der Verkehr wieder nach Fahrplan laufen.

Frühere Artikel zum Thema:

Russischer Atomeisbrecher Sibir arbeitet jetzt in der Ostsee

 

 

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Die Falschen ausgewiesen: Schweden muss Politik korrigieren

Schweden.  „Weniger Ausländer“ war ein Punkt, der die aktuellen Regierungsparteien und ihre Unterstützer, die Schwedendemokraten,  im Wahlkampf verband. Dies galt unter anderem als Mittel gegen Kriminalität. Es häuften sich jetzt aber Presseberichte über die Ausweisung unbescholtener Schüler und voll integrierter, dringend  benötigter Pflegekräfte. Nun zog die Regierung ein halbes Jahr vor der Wahl die Notbremse und pausiert unter anderem die Ausweisung junger Menschen. Darüber berichtete SVT.

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Grindavík: Abreißen, Reparieren, Warten

Grindavík (Island). In Grindavík hat nun der Abriss von Häusern begonnen, die nicht mehr zu reparieren sind. Meist stehen sie auch auf Erdspalten und sind deshalb unsicher. Dieser Schritt sei notwendig, um die Spalten aufzufüllen und die Stadt wieder sicher zu machen, heißt es von der Kommune Grindavíkurbær. Der Vulkan verhält sich weiterhin ruhig – es ist aktuell völlig unklar, ob und wann er noch einmal ausbrechen wird. Darüber berichteten auch RÚV und mbl.is.

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Jetzt NATO-Manöver Cold Response in Norwegen und Finnland

Norwegen/Finnland/Schweden. Gestern hat das NATO-Manöver Cold Response 2026 begonnen. Rund 25 000 Soldaten aus 14 Ländern werden dabei vor allem in Nordnorwegen und Nordfinnland, aber auch in Nordschweden gemeinsam üben, an Land, auf See und in der Luft. Die Hauptphase geht vom 9. bis zum 19. März. Einige US-Flugzeuge sind jedoch für den Iran-Krieg abgezogen worden, auch der französische Flugzeugträger ist wieder umgedreht. 

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Zinkprojekt Citronenfjord in Nordgrönland gescheitert

Citronenfjord (Grönland). Es soll das größte noch nicht ausgebeutete Zinkvorkommen sein. Es sollte 500 Arbeitsplätze schaffen und mit seinen Steuern die grönländische Staatskasse füllen. Aber so kam es nicht. Die Gesellschaft hinter dem Zinkprojekt im Citronenfjord in Nordgrönland hat das Projekt aufgegeben. Darüber berichtete KNR.

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Von Lawine verschüttete Person wahrscheinlich umgekommen

Narvik (Norwegen). Die Lawinengefahr im Narvikfjell ist aktuell hoch – so hoch, dass auch gestern nur Helikopter und keine Bodenmannschaften eingesetzt werden konnten, um die am Donnerstag von einer Lawine verschüttete Person zu finden. Laut NRK gehörte sie zu einer dreiköpfigen Gruppe Touristen aus Frankreich. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass die vermisste Person umgekommen ist. Darüber berichtete auch NRK.

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Hohe Lawinengefahr – eine Person im Narvikfjell vermisst

Narvik (Norwegen). Ein Person ist am Nachmittag im Fjell bei Narvik von einer Lawine verschüttet worden und wird immer noch vermisst. Das meldete die Polizei Nordland.  Hubschrauber waren im Einsatz, konnten wegen des schlechten Wettes aber keine Suchmannschaften absetzen, Wegen der fortgesetzten Lawinengefahr konnten Rettungskräfte aber auch nicht zu Fuß ins Gebiet. Die vermisste Person war mit zwei anderen unterwegs, die sich retten konnten, es handelt sich nach bisherigen Informationen um ausländische Touristen. Die Lawine ging am Tverfjell ab, im Gebiet Helligvatnet zwischen Beisfjord und der schwedischen Grenze. Die Suche soll morgen bei Tageslicht fortgesetzt werden.

Die Lawinengefahr in Troms und Nordland ist aktuell hoch. 

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Finnmarksløpet 2026 startet mit Plusgraden

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