Norwegen. Vor zehn Monaten riss ein Erdrutsch in der Kommune Levanger sowohl die E6 als auch die Bahngleise weg. Ein Mann kam dabei um. Die Straße ist schon länger wieder über eine provisorische Trasse befahrbar – und seit dieser Woche fahren auch die Züge zwischen Trondheim und Bodø wieder durchgehend. Darüber berichtete unter anderem NRK.

Drohnenfoto vom Unglücksort am See Nesvatnet in Levanger, Ende August 2025. Foto Bjørn Modell, Bane Nor
Die Nordlandsbahn zwischen Trondheim und Bodø geht über 729 Kilometer. Dafür braucht sie normalerweise rund zehn Stunden. Sowohl für die Reisenden, die immer wieder Bus statt Zug fahren mussten, als auch für die Bahnbetreiber war die unterbrochene Strecke eine Herausforderung. Um überhaupt die Züge auf dem isolierten Teilstück nördlich von Levanger bis Bodø betreiben und warten zu können, musste eine provisorische Werkstatt bei Bodø eingerichtet werden.
Weiterhin keine Nachtzüge
Noch sind nicht alle Probleme dieser Strecke gelöst:
- Noch bis inklusive Sonntag wird im Bahnhof von Trondheim gebaut. Es gibt deshalb Schienenersatzverkehr auf der Strecke zwischen Trondheim S und Stjørdal. Ab dem 29. Juni fahren die Züge dann tatsächlich wieder zwischen Trondheim und Bodø.
- Auf der Strecke besteht immer noch Lokmangel. Die Nachtzüge zwischen Trondheim und Bodø fallen deshalb weiterhin aus.
- Bis zum 16. August gilt der Sommerfahrplan, d.h. einige reguläre Züge der Nordlandsbahn und des Saltenpendeln (Bodø-Rognan) fahren nicht. Beim Fahrkartenkauf online bekommt man jedoch ohnehin nur die Züge angezeigt, die fahren.
Problematische Sicherungsarbeiten
Der Erdrutsch bei Levanger, am See Nesvatnet, geschah zu einer Zeit, als dort Bauarbeiten stattfanden. Diese sollte eigentlich der Sicherung des Bodens dienen, es war bekannt, dass dort Quickton vorkommt. Wie ein externes Gutachten im Auftrag von Bane Nor feststellte, wurde der Boden allerdings in dem Moment vorübergehend instabil, in dem die Kalkzementpfeiler installiert werden sollten.
Ergebnis der Havarikommission steht noch aus
Der Mann, der in den Erdrutsch geriet und starb, hatte auf der Baustelle gearbeitet. Ein Autofahrer auf der E6 wurde mit seinem Auto in den See mitgerissen, konnte aber gerettet werden. Der Bahnverkehr war aufgrund der Arbeiten eingestellt gewesen. Der Fall wird auch von der staatlichen Havariekommission untersucht. Deren Ergebnis steht aber noch aus.
Langfristig sollen sowohl Züge als auch Autos wieder auf der alten Trasse fahren können. Dafür laufen die Planungen.
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