Morgen entscheidet Island über EU-Verhandlungen

Island. Morgen sind die Isländer zum Referendum aufgerufen: Soll Island die Verhandlungen über eine EU-Mitgliedschaft wieder aufnehmen oder nicht? In den Prognosen liegen die beiden Seiten fast gleichauf. Die Regierung hat zugesichert, dass sie das Ergebnis repektieren wird. Das Referendum ist noch keine Abstimmung über einen tatsächlichen EU-Beitritt. Sollte es tatsächlich Verhandlungen über den EU-Beitritt geben, sollen die Wähler anhand der ausgehandelten Bedingungen entscheiden.

Island in die EU?

Nach der aktuellsten Umfrage von Maskina wollen 51, 3 Prozent mit „Ja“ stimmen und 48,7 Prozent mit „Nein“. Die „Nein“-Seite, versammelt unter dem Motto „Áfram Ísland“  hielt gestern eine Kundgebung vor dem Parlament ab, wo auch zwei sehr gegensätzliche ehemalige Politikerinnen auftraten: Die frühere linksgrüne Premierministerin Katrín Jakobsdóttir ist ebenso gegen einen EU Beitritt – und damit auch gegen neue Verhandlungen – wie Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir, frühere Ministerin der Unabhängigkeitspartei. Auch die prominente Gewerksschaftsführerin Sólveig Anna Jonsdóttir und Islands langjähriger Präsident Ólafur Ragnar Grímsson gehören zur Nein-Seite. Die Gründe dafür sind vielfältig: Gefürchtet sind zu viele Vorschriften aus Brüssel und weniger Selbstbestimmung, was insbesondere für Islands Fischereiindustrie nachteilig sein könnte. Und während manche auf den Euro als stabile, starke Währung hoffen, würden andere lieber die isländische Krone behalten, um unabhängig von anderen bei Bedarf reagieren zu können.

Fischerei, Währung, Handel

Die Partei, die sich am stärksten für einen EU-Beitritt ausspricht, ist die Reformpartei mit Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir , die auch die Verhandlungen führen würde. Auch Premierministerin Krístrun Frostadóttir und ihre sozialdemokratische Allianzs ist Befürworterin und es gibt eine Ja-Bewegung, Evrópuhreyfingaringin. Die Ja-Seite erhofft sich davon bessere Handelsbedingungen und nicht zuletzt eine bessere Position, sollte Donald Trump sein Auge das nächste Mal auf Island werfen. Klar ist allerdings auch, dass Island zu den Nettozahlern gehören würde. Die Regierung gibt an, dass die Beiträge an die EU bei umgerechnet ungefähr 57 Millionen Euro liegen würden.

Früherer Artikel zum Thema:

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Zwei deutsche Touristen als Brandstifter auf den Lofoten verurteilt

Lofoten (Norwegen). Vier Brände in neun Tagen im Umfeld des kleinen Örtchens Laukvik auf den Lofoten – da wurden die Ortsansässigen misstrauisch. Nun sind zwei junge deutsche Touristen vom Amtsgericht Salten und Lofoten für die Brandstiftung verurteilt worden: Einer zu acht Monaten Gefängnis, einer zu zwei Jahren und acht Monaten. Letzterer will das Urteil anfechten. Darüber berichtete NRK.

Laukvik auf Austvågøy war 2025 das Zentrum einer Brandserie. Karte sel/openstreetmap

Die Brandserie fand im Juli 2025 statt. Zuerst brannte ein Stapel Kisten mit Trockenfischköpfen. Dann Vegetation im Gelände. Dann die Aufbahrungskapelle auf dem Friedhof. Dann ein Holzschuppen neben einem Wohnhaus. Gegenüber NRK schilderten Ortsbewohner bereits im vergangenen Jahr, wie sie sich Sorgen machten und wie sie auf die jungen Männer aufmerksam wurden und sich über eine Facebookgruppe austauschten. Die Polizei bekam Tipps, „aber die Faktenlage war zu dünn“, so erklärte es ein Polizist nun bei der Gerichtsverhandlung. 

Dorfbewohner stellten die Brandstifter

Als die beiden am Tag nach dem Schuppenbrand erneut in dem Gelände beobachtet wurden, wo es schon einmal gebrannt hatte, versammelten sich innerhalb weniger Minuten 20-30 Ortsansässige um sie herum. Die Polizei wurde gerufen. Zunächst leugneten die beiden alles, aber auf ihren Handys fand die Polizei Videos aller Brände. Vor Gericht räumten sie die Brandstiftungen schließlich ein. Neben den Haftstrafen müssen sie auch zusammen 125 000 NOK (rund 11 500 Euro) Schadensersatz zahlen.

Potenziell Lebensgefahr für Hausbewohner neben Holzschuppen

Besonders schwer wog für das Gericht das Anzünden des Holzschuppens neben einem bewohnten Haus. Das Gericht konnte dabei nur bei einem sicher sein, dass er es tatsächlich getan hatte, deshalb erhielt dieser die deutlich höhere Strafe. Der Angeklagte gab an, er sei davon ausgegangen, das Haus sei unbewohnt. Als er seinen Irrtum bemerkte, habe er das Feuer mit seiner Jacke wieder gelöscht. Allerdings flammte der Brand wieder auf, nachdem er gegangen war. Das Gericht ging in seinem Urteil davon aus, dass der Brandstifter mit dem Wiederaufflammen hätte rechnen müssen und dass er Lebensgefahr für die beiden Bewohner des Hauses in Kauf genommen habe. Gegen diesen Teil des Urteils will dieser Angeklagte Berufung einlegen.

Abendspaziergänge mit Zündbeuteln in der Jackentasche

Laut NRK waren die beiden jungen Männer in den Zwanzigern mit ihren Großelten auf Angelurlaub. Auf ihren Abendspaziergängen zündeten sie dann Dinge an. “ Vor Gericht hatte der Angeklagte Schwierigkeiten, die Frage zu beantworten, warum er bei seinen abendlichen Spaziergängen auf den Lofoten Zündtüten in seiner Jackentasche mit sich trug“, heißt es dazu bei NRK.

Es besteht der Verdacht, dass die beiden auch für eine Brandserie auf Frøya im Jahr 2024 verantwortlich sind. Die Ermittlungen auf Frøya wurden allerdings eingestellt, da es nicht genug Beweise gegeben habe.

Frühere Artikel zum Thema:

Touristen bekritzeln historische Wildniskirche von Pielpajärvi

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Island: Tourist bei Stuðlagil tödlich verunglückt

Island. Ein Tourist stürzte am Montag bei Stuðlagil in Ostisland in den Fluss Jökulsá á Brú. Er wurde spätabends tot geborgen. Es war bereits der zweite tödliche Sturz dort innerhalb von zwei Jahren. Darüber berichteten RÚV und mbl.is. 

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Erstmals Wildschwein nördlich des Polarkreises erschossen

Rovaniemi/Kittilä (Finnland). Wildschweine nördlich des Polarkreises? Zumindest eins, das ein finnischer Jäger vergangene Woche in Lohiniva, an der Kommunegrenze Rovaniemi/Kittilä, geschossen hat. So weit nördlich gibt es noch keinen Bestand – aber mit dem wärmeren Klima rückt auch diese Tierart in den Norden vor.  Darüber berichtete Yle. 

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Fluglotsenstreik in Norwegen beendet

Norwegen. Der Streik der Fluglotsen in Norwegen ist beendet. Nach mehrstündigen Verhandlungen einigten sich die Gewerkschaft und die Arbeitgeber auf ein Ergebnis, das bisher nicht veröffentlich wurde. Alle Fluglotsen sind wieder im Einsatz, und der Luftverkehr soll sich langsam normalisieren.

Der Fluglotsenstreik ist beendet.

Der Fluglotsenstreik begann am Freitag und hatte über das Wochenende zu Hunderten von Ausfällen und Verspätungen sowie Tausenden betroffenen Passagieren geführt.  Knackpunkt der Verhandlungen war eine neue Pausenregelung, die die Fluglotsen haben wollten. 

Siehe auch: Norwegen: Fluglotsen im Streik – Verspätungen und Ausfälle

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Rentiertod auf Spitzbergen: Fettes Gras schuld?

Spitzbergen (Norwegen). Warum starben 13 Rentieren besten Alters zur besten Zeit des Jahres auf Spitzbergen? Tollwut und Vogelgrippe konnten ausgeschlossen werden. Die aktuelle Hypothese: Der frühe Frühling mit üppigem Futter ist den Tieren nicht bekommen. Allerdings war nur ein Kadaver so weit erhalten, dass eine vollständige Obduktion durchgeführt werden konnte. Darüber berichtete Svalbardposten.

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Island: Küstenwache holt kranke Passagiere von Kreuzfahrtschiffen

Island/Grönland. Krank auf dem Kreuzfahrtschiff in Ostgrönland? Oder bei Jan Mayen? Beide Fälle gab es gerade. Die Patienten wurden tatsächlich abgeholt – vom Hubschrauber der isländischen Küstenwache. Diese hatte in den vergangenen drei Tagen allein vier Einsätze weit außerhalb. Die Logistik ist dabei teilweise äußerst aufwendig, unter anderem, da die Reichweite des Helikoptertanks begrenzt ist. Darüber berichteten die Küstenwache (Landhelgisgæsla) selbst sowie RÚV und mbl.is. 

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Norwegen: Fluglotsen im Streik – Verspätungen und Ausfälle

Norwegen. Seit gestern sind die ersten Fluglotsen in Norwegen im Streik, in Oslo (Gardermoen) und Bergen (Flesland). Es kam bereits zu Ausfällen und Verspätungen im Flugverkehr. Für Dienstag ist eine Ausweitung des Streiks angekündigt. Darüber berichtete NRK .Update 21 Uhr: Heute (Samstag) fielen laut NRK 72 Flüge aus, inklusive solche aus dem/ins Ausland. Der Luftraum über Bergen und Stavanger ist von 18.45 Uhr bis 22.20 Uhr geschlossen. In Bergen müssen Hunderte Wartende auf dem Flughafen übernachten.

Aktuelles zu Fluglotsenstreik siehe: Fluglotsenstreik in Norwegen: Neue Verhandlungen laufen

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Färöer: Neue Kampagne für „rücksichtvollen Tourismus“

Färöer. Einfach bei fremden Leuten ins Fenster gucken? Würde man an seinem Heimatort nicht machen. Immer genau dahin gehen, wo alle anderen sind? Nicht das Rezept für einen entspannten Urlaub. Drohne am Flughafen steigen lassen? Ernsthaft? Visit Faroe Islands hat eine neue Video-Serie veröffentlicht, die natürlich Werbung für die Inselgruppe macht, aber aus einem neuen Winkel: „Please visit responsibly“.

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Zwei Männer tot im Zelt – Kamin ohne Abzug genutzt

Härjedalen (Schweden). Als die beiden Männer nicht wie angekündigt von ihrer Angelreise zurückkamen, schlugen die Angehörigen Alarm. Die Polizei fand die beiden tot in ihrem Zelt. Nach der Obduktion ist nun klar: Sie starben an Kohlenmonoxidvergiftung. Sie hatten einen Kamin im Zelt, dessen Abzug aber nicht montiert war. Darüber berichtete SVT.

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