Island. Das isländische Wetteramt warnt vor einem unsicheren Zugang zum Sólheimajökull. Hintergrund ist der Rückzug des Gletschers und ein dünn gewordener Eisrücken. Lokale Touranbieter haben schon Touren aus Sicherheitsgründen abgesagt und sind auf der Suche nach neuen, sichereren Routen. Die Situation wird beobachtet und ständig neu bewertet. Touristen werden eindringlich davor gewarnt, auf eigene Faust den unsicher gewordenen Zugang zu nutzen. Darüber berichtete unter anderem Iceland Review.
Isländische Gletscher schmelzen aufgrund des wärmeren Klimas und die Gletscherlagunen wachsen – so auch am Sólheimajökull. Wie das Wetteramt (Veðurstofa) berichtet, hat sich die Situation dort in den vergangenen Wochen deutlich verändert. Es habe sich eine weitere Lagune östlich der Gletscherzunge gebildet. Der Eisrücken, auf dem man bisher vom Ufer auf den Gletscher gehen konnte, sei ausgedünnt und instabil geworden. Eisformationen könnten einbrechen, und wer abrutsche, lande auf beiden Seiten in einer eiskalten Gletscherlagune. Der Weg auf die Gletscherzunge des Sólheimajökull sei deutlich gefährlicher als früher. Außerdem sei vermehrt mit Steinschlag zu rechnen.
Austausch und ständige Risikobewertung
Die Organisation der isländischen Tourismusanbieter (Ferðamálastofa/Icelandic Tourist Board) veranstaltete deshalb ein Treffen, um über die Situation zu beraten und kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zu diskutieren. Eins der Ergebnisse war dabei, ein regelmäßiges Forum zur Sicherheit am Sólheimajökull einzurichten, zusammen mit den Fachleuten des Nationalparks Vatnajökull. Zu den möglichen Lösungen gehören eine Verbesserung der Wege, kleinere Gruppen an riskanten Stellen und eventuell bauliche Lösungen. Zentral sei nun aber vor allem der ständige Austausch über die Situation vor Ort unter allen Beteiligten und die permanente Überprüfung der Risikobewertung.
Auf Gefahr aufmerksam machen
Touren am Sólheimajökull sollen nicht komplett eingestellt, sondern je nach aktueller Bewertung der Sicherheitssituation abgehalten werden oder nicht. Die Befürchtung vieler war, dass sich Touristen auf eigene Faust auf den Weg machen und dabei in Gefahr geraten. Deshalb sollen vor Ort deutlichere, mehrsprachige Warnschilder aufgestellt und auch beispielsweise über Soziale Medien darüber informiert werden.
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