Finnland/Schweden. Zum ersten Mal seit 38 Jahren erreichte ein Zug aus Finnland Schweden. Täglich werden nun zwei Verbindungen zwischen Oulu und Haparanda angeboten, betrieben wird die Strecke von der finnischen VR. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Umsteigen ins schwedische Netz allerdings noch suboptimal – doch das soll sich schrittweise ändern. Darüber berichtete unter anderem järnvägar nu.
Die historische Einfahrt des Zuges aus Oulu nach Haparanda wurde unter anderem von SVT gefilmt. Ein Video aus dem Zug inklusive Brückenquerung gibt es von VR. Die Erstreisenden erhielten eine Urkunde. An mehreren Haltestellen gab es morgens Party. Über den Bahnhof Haparanda, den auch Züge mit finnischer Spurbreite anfahren können, ist Finnland nun zumindest theoretisch direkt mit dem mitteleuropäischen Bahnnetz verbunden.
Praktisch fehlen dazu noch günstige Umsteigezeiten. Ein Problem sind dabei unter anderem die laufenden Bahnarbeiten bei Boden und zwischen Boden und Luleå in Schweden. Wie järnvägar.nu berichtet, sollen die Fahrpläne aber schrittweise angepasst werden. Beim Fahrplanwechsel im Dezember sollen die Anschlüsse dann in beide Richtungen optimiert sein.
Zwei Halte in Tornio
Mit der Reaktivierung des Verkehrs nach Haparanda bekommt Tornio plötzlich zwei aktive Bahnhöfe. Zum einen wird nun der alte, zentraler liegende Bahnhof von Tornio wieder angefahren. Außerdem hält der Zug in Tornio-Itäinen (Ost), dem Bahnhof, den der Nachtzug Helsinki-Kolari nutzt. Ein weiterer Halt auf der Strecke ist Kemi. In Kemi kann man in jene Züge umsteigen, die die Strecke Helsinki- Rovaniemi/ Kemijärvi fahren. In Oulu hat man dann Anschluss nach Helsinki und anderen Orten in Finnland.
Auf der schwedischen Seite fährt Norrtåg bis Boden und Luleå. Dort kann man in den Nachtzug nach Stockholm steigen.
Anschubfinanzierung mithilfe des Staates und der Kommunen
Die Städte Tornio und Oulu sowie die Region Meri-Lappi beteiligen sich an der Anschubfinanzierung für die Verbindung nach Haparanda. Der Großteil, 1,9 Millionen Euro, kommt vom finnischen Staat. In den Jahren zuvor war mit viel Aufwand und mit Unterstützung der EU das letzte Stück, gut 20 Kilometer zwischen Laurila und dem Bahnhof Haparanda, elektrifiziert worden.
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