Straßenverbindung zur Insel Hailuoto jetzt fertig

Hailuoto (Finnland). Für die Bewohner der Ostseeinsel Hailuoto vor Oulu sind neue Zeiten  angebrochen: Seit gestern können sie das Festland über einen Damm und zwei Brücken erreichen – sie brauchen nicht mehr auf die Fähre warten. Das Großprojekt blieb außerdem innerhalb seines Kostenrahmens und wurde sogar früher fertig als geplant. Darüber berichtete unter anderem Yle. Der bisherige Fährverkehr ist nun eingestellt.

Letzte Vorbereitungen vor der Öffnung, Foto vayla. fi

Die finnische Verkehrsministerin Lulu Ranne erhielt eine Mitfahrgelegenheit in dem historischen roten LKW, der als erster die Passage von Oulunsalo zur Insel antreten durfte. Von Hailuoto aus startete der Verkehr mit einem historischen VW Käfer Richtung Festland. Die Strecke ist ist rund acht Kilometer lang und führt über Dämme und zwei Brücken. Unter der Riuttu-Brücke (Länge 737 Meter) können kleinere Boote ohne Mast passieren. Die Huikku-Brücke (Länge 767 Meter) hat eine Durchfahrtshöhe von 18 Metern. Nach einer langen Planungsphase wurde das Projekt innerhalb von zwei Jahren umgesetzt. Die Kosten dafür betrugen  121 Millionen Euro. 

Größte Insel der Bottenwiek

Auf Hailuoto leben knapp 1000 Menschen. Es ist die größte Insel in der Bottenwiek. Der Fährverkehr dorthin war kostenfrei, aber die Schiffstour dauerte eine halbe Stunde. Das geht nun deutlich schneller. Der Bus aus/nach Oulu wird deshalb künftig ebenfalls schneller unterwegs sein. Die Fahrt vom Busterminal Oulu nach Hailuoto dauert jetzt laut Fahrplan knapp 1,5  Stunden. Die Inselbewohner rechnen deshalb nun mit mehr Touristen. Zu den ersten Nutznießern der neuen Verbindung gehören wohl die Besucher des Neue-Musik-Festivals „Bättre Folk in Marjaniemi am 11. und 12. Juli

Früherer Artikel zum Thema: 

Straße zur Insel Hailuoto schon Ende Juni fertig

 

Veröffentlicht unter Finnland, Meer, Tourismus, Verkehr | Schreib einen Kommentar

Neues Museum in Kabelvåg: Mehr Platz für den Skrei

Kabelvåg/Lofoten (Norwegen). Wer Norwegen verstehen will, kommt am Fisch nicht vorbei. Vor allem nicht am wandernden Kabeljau, der im Frühjahr zum Laichen an die Lofoten-Küste kommt, Skrei genannt wird und über Jahrhunderte ein anstrengendes, aber lukratives Geschäft war und ist. Alles, was man darüber wissen muss, kann man ab morgen auch direkt vor Ort im neuen Museum in Storvågan/Kabelvåg lernen, das einfach SKREI heißt. 

Der Neubau Otolitten (vorn) im Gesamtkonzept des neuen Skrei-Museums in Kabelvåg. Grafik LPO Arkitekter/ Museum Nord

Der Neubau heißt Otolitten, nach dem Gleichgewichtsorgan, das (nicht nur) für Fische so wichtig ist,  und hat wie ebendieses eine vieleckige Form. Hier wird es nun auf 5000 Quadratmetern feste und wechselnde Ausstellungen geben, auf moderne Weise präsentiert, Magazine sowie ein Café. Otolitten sitzt dabei im Zentrum zwischen dem bekannten Lofotenmuseum im historischen Væreiergården, dem Lofotenaquarium und der Galerie Espolin. Gemeinsam bilden sie nun das SKREI-Museum.

Wie der Skrei die norwegische Küstenkultur prägte

Originale Ausrüstung der Lofoten-Fischerei im Lofoten-Museum 

Auch das Lofotenmuseum widmete sich schon dem Thema Lofotenfischerei, war räumlich allerdings beschränkt. Seine Stärke sind die historischen Gebäude, die originale Einrichtung und Bootsausrüstung. Der Neubau soll künftig noch mehr Wissen über Norwegens wichtigsten Fisch vermitteln und wie er die Küstenkultur prägte. Dabei wird auch mehr Platz sein für die biologischen und ökologischen Aspekte. Wer dann echten Kabeljau sehen will, kann sich ins Aquarium begeben. 

Offen ab 30. Juni – Feier erst im September

Die große offizielle SKREI-Einweihungsfeier ist erst am 19. September geplant. Das Museum wird jedoch bereits am 30. Juni die Türen öffnen und kann bis Ende Oktober täglich von 10-18 Uhr besucht werden. Mehr Infos dazu auf der Museums-Website

Früherer Artikel zum Thema: 

Der Skrei schwimmt jetzt lieber in die Finnmark – Verlierer Lofoten

Veröffentlicht unter Biologie, Geschichte, Gesellschaft, Meer, Norwegen, Wirtschaft | Schreib einen Kommentar

Gasalarm – wieder Baustopp für Stahlwerk in Luleå

Luleå (Schweden). Der Bau des neuen Elektro-Stahlwerks von SSAB in Luleå ist weiterhin von Problemen begleitet: Es gab bisher keine überzeugende Erklärung für die mehr als 30 Krankheitsfälle von Bauarbeitern. Die Bauarbeiten waren deshalb zeitweise gestoppt worden. Seit Freitagabend steht wieder alles still: Ein Gasdetektor hatte Blausäure entdeckt. Darüber berichteten unter anderem SVT und Dagens Nyheter.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Schweden, Wirtschaft | Schreib einen Kommentar

PFAS-Wert in Spitzbergen-Rentieren hoch – besonders im Herbst

Spitzbergen (Norwegen). Spitzbergen liegt weit weg von jeder Großindustrie. Trotzdem haben die „Ewigkeitschemikalien“ PFAS den Weg dorthin gefunden. Sie lassen sich nicht nur in Raubtieren wie Eisbären nachweisen. Wie die Wissenschaftlern Malin Andersson Stavridis und ihre Co-Autoren nachweisen konnte, habe die Rentiere auf Spitzbergen sogar auffällig hohe PFAS-Werte, vor allem im Oktober, nach der vollen Weidesaison. Der wissenschaftliche Artikel dazu ist in Evironmental Science & Technology erschienen, es berichtete auch forskning.no.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Biologie, Norwegen, Spitzbergen | Schreib einen Kommentar

Ab 10. August: Bahnverbindung Haparanda-Oulu

Finnland/Schweden. Gerüchte gab es schon länger, nun ist es offiziell: Ab dem 10. August wird es erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten wieder Bahnverkehr zwischen Finnland und Schweden geben.  Dann startet die Verbindung Oulu-Tornio-Haparanda. Das meldete gestern die finnische VR. Haparanda wird wieder der Umsteigebahnhof zwischen dem breiteren finnischen und dem schwedischen Schienennetz. Ab dem 30. Juni sollen die Fahrkarten erhältlich sein. Die neue Verbindung wird mit Aktionen an den Bahnhöfen eingeweiht.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Finnland, Schweden, Tourismus, Verkehr | Schreib einen Kommentar

Griff zu Alkohol in Finnland bald noch einfacher

Finnland. Die finnische Regierung hat den Zugang zu Alkohol weiter erleichtert. Unter anderem soll der staatliche Monopolhändler Alko nun in vielen Orten auch sonntags öffnen. Darüber berichtete unter anderem Yle. Die neuen Öffnungszeiten sollen am 4. Juli in Kraft treten. 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Finnland, Gesellschaft | Schreib einen Kommentar

Bahnstrecke zwischen Trondheim und Bodø wieder durchgehend

Norwegen. Vor zehn Monaten riss ein Erdrutsch in der Kommune Levanger sowohl die E6 als auch die Bahngleise weg. Ein Mann kam dabei um. Die Straße ist schon länger wieder über eine provisorische Trasse befahrbar – und seit dieser Woche fahren auch die Züge zwischen Trondheim und Bodø wieder durchgehend. Darüber berichtete unter anderem NRK.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Norwegen, Tourismus, Verkehr | Schreib einen Kommentar

Island: Geldstrafe für unbelehrbare Offroadfahrer

Island. Mit einem Motorfahrzeug jenseits der Straßen zu fahren ist auf Island verboten. Der jüngste Verstoß dagegen war besonders grob: Zwei Touristen mit Landrovern wurden gleich an an mehreren Orten gesichtet, wo sie jeweils tiefe Spuren in der Natur hinterlassen hatten. Sie wurden schließlich von der Polizei verhört und erhielten eine Geldstrafe. Darüber berichtete unter anderem mbl.is (englisch, isländisch).

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Island, Tourismus, Verkehr | Schreib einen Kommentar

Weniger Toilettenpapier im Fjäll – Spitzenreiter Snus

Schweden. Nun öffnen auch die letzten schwedischen Hütten im Fjäll. Die Organisation „Håll Sverige Rent“ (Haltet Schweden sauber) kommt zu Beginn der Wandersaison mit Tipps zur müllfreien Wanderung und mit einem Lob: Es liegt jetzt viel weniger Klopapier in der Natur herum als früher, und die Müllmenge ist insgesamt auch zurückgegangen.  Das zeigt der  „Müllrapport“ 2026 von „Håll Sverige Rent“. Bei jedem vierten Stück Müll handelt es sich um Snus. 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Outdoor, Sápmi, Schweden, Tourismus | Schreib einen Kommentar

Island: Walfangsaison begonnen – Watson-Team unterwegs

Island. Die Walfangschiffe Hvalur 8 und Hvalur 9 haben die diesjährige Jagd auf Finnwale gestartet, meldet RÚV. Islands letzter Walfang-Reeder Kristján Loftsson muss aber damit rechnet, dass seine Schiffe gestört werden: Anti-Walfang-Aktivist Paul Watson hat eine Aktion namens “ Operation 86″ angekündigt. Damals versenkte Aktivisten der vor Watson gegründetet Organisation Sea Shepherd zwei von Loftssons vier Walfangschiffen. 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Biologie, Island, Meer | Schreib einen Kommentar