Grönland. Vom Inlandeis bis zu den tiefen Fjorden der Westküste reicht der neue Nationalpark Westgrönland – erst der zweite in Grönland überhaupt. Auf einem Areal von 22 250 Quadratkilometern zwischen Kangerlussuaq und der Diskobucht soll einerseits die vielfältige Natur geschützt werden, andererseits traditionelle Nutzung weiter möglich sein. Die neuen Regeln für den Nationalpark treten am 1. Juni in Kraft. Das meldete die grönländische Regierung.
Einen Nationalpark hat Grönland schon: Der riesige Nationalpark Nordostgrönland umfasst 45 Prozent von Grönlands Landfläche. Er wurde 1972 noch vom dänischen Folketing beschlossen. Der neue Nationalpark Westgrönland ist damit der erste, der vor Ort angeregt und entwickelt wurde. Die Vorbereitungen dazu begannnen bereits 2020. Dabei arbeiteten die Kommunen Qeqertalik und Qeqqata mit der Wild Nature Foundation zusammen. Bei der Entwicklung des Konzeptes wurde die Lokalbevölkerung über mehrere Bürgerversammlungen und eine öffentliche Auslegung mit beteiligt. Finanziert wurden die Vorbereitungen größtenteils aus dem Green-Growth-Programm der EU.
Landschaftsvielfalt und Heimat vieler Arten
Die 22 250 Quadratkilometer umfassen eine vielfältige Landschaft: Inlandeis, Gebiete, die das Eis gerade freigegeben hat, sowie die weiter entwickelten Küstenlandschaften entlang der tiefen Fjorde der Westküste. Die abwechslungsreiche Landschaft ist das Zuhause vieler Arten von Flora und Fauna, auch seltener und bedrohter. Bebauung gibt es dort nicht. Es ist aber gleichzeitig ein Gebiet, das von Grönländern traditionell zur Versorgung genutzt wurde – und soll als das auch für kommende Generationen erhalten bleiben.
Traditionelle Nutzung und nachhaltiger Tourismus
Jagen, Angeln und Beeren pflücken sind auch weiterhin erlaubt, mit Ausnahme bestimmter Flächen, für die einen Teil des Jahres Einschränkungen gelten. Das soll dafür sorgen, dass rastende Gänse, brütende Enten, kalbende Rentiere und Robben mit Nachwuchs die Ruhe bekommen, die sie brauchen. Neben der traditionellen Nutzung soll der Nationalpark aber auch dazu beitragen, nachhaltigen, lokal verankerten Tourismus zu entwickelten.
Wie soll der neue Nationalpark auf Grönländisch heißen?
Verwaltet wird der Nationalpark Westgrönland von einer Lenkungsgruppe, in der die beiden Kommunen vertreten sind. Sie übernehmen auch die Aufsicht als Teil ihrer gewöhnlichen Aufgaben. Als eine der ersten Aktionen ist übrigens ein Namenswettbewerb geplant – der Nationalpark hat nämlich noch keinen grönländischen Namen.
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