Grönland/Norwegen. Welche Auswirkungen hat die Verbreitung hochpathogener Vogelgrippeviren auf Eisbären? In Alaska und auf Spitzbergen sind Eisbären gefunden worden, die am Vogelgrippevirus gestorben sind. Doch Untersuchungen auf Spitzbergen und Grönland zeigen, dass immer mehr Eisbären die Infektion gut überleben und Antikörper ausbilden. Darüber berichtete unter anderem Svalbardposten.
Die Daten für Grönland stammen aus einem Programm, das in Kooperation mit örtlichen Jägern in Ittoqqortoormiit stattfand, beteiligt waren Universitäten aus Dänemark, Norwegen, den USA und Kanada. Insgesamt wurden dabei zwischen 2016 und 2025 109 Proben von erlegten Eisbären genommen, die aber vorher gesund aussahen. Zum ersten Mal wird das hochpathogene Vogelgrippenvirus 2024 nachgewiesen, bei drei von14 Eisbären. 2025 waren es sechs von 14. Die Auswertung wurde gerade als Early Release veröffentlicht, Erstautorin ist Katja Buhler von der Universität Innlandet, Norwegen.
Mehr Eisbären mit Antikörpern auch auf auf Spitzbergen
Die Daten für Spitzbergen stammen aus den jährlichen Untersuchungen an lebenden Eisbären und wurden in einem Preview diesen Sommer veröffentlich. Das Vogelgrippevirus H5N5 wurde 2022 zum ersten Mal auf Spitzbergen bei einem Vogel nachgewiesen. Bei den Untersuchungen im Jahr 2023 entdeckten die Forscher zum ersten Mal Antikörper, die auf Kontakt mit dem Vogelgrippevirus schließen ließen – bei 27 von 36 Tieren. Im Jahr darauf waren es 26 von 27 Tieren, 2025 37 von 38. Im Mai 2026 wurde der tote Eisbär im Raudfjord gefunden, der wahrscheinlich von einem an Vogelgrippe infizierten Walross gefressen hatte. Kurz darauf gab es einen weiteren Fund in der Nähe, bei dem ebenfalls H5N5 nachgewiesen wurde.
Ansteckungsgefahr größer, wenn Meereis schrumpft
BeideTeams kommen dabei unter anderem zu dem Schluss, dass die Gefahr für Eisbären, überhaupt mit Vogelgrippeviren in Kontakt zu kommen, im Laufe der Jahre gestiegen ist. Denn ihnen steht weniger Meereis zur Verfügung steht, von dem aus sie Robben jagen können. Stattdessen kommen sie nun häufiger mit Vögeln und anderen Beutetieren in Kontakt. Das Ergebnis beider Untersuchungen zeigt, dass Eisbären mit der für sie neuen Krankheit umgehen und Antikörper ausbilden können.
Früherer Artikel zum Thema:
Spitzbergen: Vogelgrippevirus bei totem Eisbären nachgewiesen




