Mysteriöse Aktion in Nuuk: 200 000 Dollar für eine Unterschrift

Nuuk (Grönland). Ein mysteriöser älterer Mann mit amerikanischem Akzent sammelte in den vergangenen Tagen Unterschriften in Nuuk und versprach den Unterzeichnenden 200 000 US-Dollar. Ziel der Unterschriftensammlung soll der Beitritt Grönlands zu den USA gewesen sein. Das berichten KNR und Sermitsiaq. Auch wenn nur zwei Fälle konkret bestätigt sind, erregten die Berichte aufgrund der Vorgeschichte Aufmerksamkeit. Botschaft und Konsulat der USA bestritten gegenüber den Medien, dass es sich dabei um eine Person im Auftrag der US-Regierung handele. 

Grafik mit drei Flaggen: USA, Dänemark, Grönland

Polit-Krimi: USA, Dänemark und Grönland. Grafiken Flying Cloud Design/ Vectorportal

Bekannt wurde die Geschichte aufgrund des Facebook-Posts eines Taxifahrers aus Nuuk. Dieser fuhr seinen Gast vom Hotel Egede zum Hotel Søma. Der Fahrgast nannte sich Cliff und sprach Englisch mit amerikanischem Akzent. Am Ziel angekommen, fragte „Cliff“, ob er 200 000 Dollar haben wolle, so beschreibt es der Taxifahrer. Auf Nachfrage habe der Mann erklärt, er sammle Unterschriften. Bei der Unterschriftensammlung ginge es darum, dass Grönland ein Teil der USA werden sollte. Der Taxifahrer lehnte ab, und der Mann verabschiedete sich. Später meldete der Taxifahrer den Vorfall der Polizei. Darüber berichtete KNR ausführlich. Laut dem Taxifahrer wirkte der Mann nicht wie ein professioneller Infiltrierer, aber auch nicht wie jemand, der einen Scherz machen wollte.

Zu dem Facebook-Beitrag schrieb ein anderer, er sei „Cliff“ vor dem Kulturzentrum Katuaq begegnet und habe dasselbe Angebot bekommen.

Unterwegs mit Unterschriftenlisten

KNR berichtet außerdem von einem  anderen Taxifahrer, der vermutlich denselben „Cliff“ vor dem Hotel Søma abholte und ihn zu mehreren Zielen in Nuuk chauffierte. Dieser  konnte die Papiere sehen, die der Mann mit sich trug und die aussahen wie Unterschriftenlisten. Offenbar hatten auch schon ein paar unterschrieben. 

Zweck der Aktion rätselhaft

Sermitsiaq berichtet ebenfalls von zwei Personen, denen Geld für die Unterschrift angeboten wurde. Nach der Einschätzung von Dozent Peter Viggo Jakobsen von der Verteidigungsakademie wirkt die Aktion höchst amateurhaft und könne verschiedene Zwecke haben – nicht zuletzt den, dem Ansehen der USA zu schaden. Es könne sich jedoch auch um die Aktion einer Einzelperson gehandelt haben, so wie der Scherz des deutschen Komikers Maxi Schaffrath. Unterschriften, die gegen Bezahlung geleistet wurden, sind ohnehin nicht gültig.

Grönländer hellhörig angesichts der Vorgeschichte

Dass Grönländer bei zumindest scheinbar amerikanischen Aktionen hellhörig werden, erklärt sich durch die wiederholten Äußerungen des US-Präsidenten, er wolle Grönland zu einem Teil der USA machen. Mehr dazu:

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Forschungsprojekt: Strategien arktischer Orte im Klimawandel

Grönland/Island/Norwegen. Wie bereitet man sich darauf vor, dass der Piteraq öfter und stärker kommt als früher? Wenn der Permafrost taut? Wenn es mehr Erdrutsche und Lawinen gibt? Abgelegene arktische Siedlungen erleben längst den Klimawandel und müssen Strategien finden, um damit umzugehen. Ein Forschungsprojekt sammelt und entwickelt diese gemeinsam mit den betroffenen Kommunen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Tasiilaq (Grönland), Longyearbyen (Spitzbergen, Norwegen) sowie Seyðisfjörður und Neskaupstaður (Island). Das Projekt „Sustainable and Resilient Communities in remote settlements in the Arctic in the Age of Climate Change „ wird finanziert von Nordforsk, einer Einrichtung des Nordischen Rates.

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Norwegen sucht mehr Gas und Öl – und öffnet alte Brunnen

Norwegen. Mehr Gas, mehr Öl, mehr Kondensat: Norwegens Regierung setzt weiter auf fossile Energien. Dabei werden nicht nur viele neue Gebiete für die Ölsuche angeboten – auch drei alte Gasfelder, die vor fast 30 Jahren geschlossen wurden, sollen reaktiviert werden. Hintergrund ist die hohe Nachfrage nach diesen Energieträgern, unter anderem aus Deutschland, aufgrund der Kriege. Darüber berichtete auch NRK. 

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Letzte Stunden Elch-TV

Schweden. Heute um 23 Uhr schaltet SVT die Kameras am Ångermanälven ab, und „die große Elchwanderung“ als Livesendung ist vorbei. Das Team hatte früher begonnen zu senden, da schon Elche vor Ort beobachtet wurden, und es beendet die Sendung vorzeitig, da die große Mehrheit der erwarteten Elche schon auf der anderen Seite ist. Es würden nur noch vereinzelt Tiere erwartet, so Projektleiter Johan Erhag. Bis inklusive heute schwammen 42 Elche bei Kullberg über den Angermanälven.   Das ist zwar weit entfernt vom Rekordergebnis von 2014 (87)  aber auch nicht das schlechteste bisher (21). Eine Zusammenfassung mit mehrere Flussquerungen ist hier zusehen: https://www.svt.se/nyheter/lokalt/vasterbotten/se-algarnas-sim-over-alven-pa-en-minut

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Letzte norwegische Kohlegrube auf Spitzbergen nun verschlossen

Longyearbyen/Spitzbergen (Norwegen). Der letzte Handschlag ist getan: Gruve 7, die letzte aktive norwegische Kohlegrube, ist nun verschlossen. Der Schlüssel wurde in den Grubeneingang geworfen. Damit ist der norwegische Kohlebergbau auf Spitzbergen endgültig Geschichte. Darüber berichteten Svalbardposten und NRK.

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Auch diesen Sommer kein Nachtzug auf der Nordlandsbahn

Trondheim/Bodø (Norwegen). Bodø liegt am nördlichen Ende des norwegischen Bahnnetzes. Aber seit dem Erdrutsch bei Nesvatnet im August 2025 war der Ort nicht mehr mit einem durchgehenden Zug von Trondheim zu erreichen. Das soll sich im Laufe des Juni ändern. Aufgrund des weiterhin bestehenden Lokmangels wird es jedoch auch diesen Sommer keine Nachtzüge auf der Nordlandsbahn zwischen Trondheim und Bodø geben. Das meldete NRK.

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Norwegen: Kupfergrube Nussir soll 2027 starten können

Kvalsund (Norwegen). Der endgültige Investitionsbeschluss für das Grubenprojekt Nussir ist gefallen: Die kanadische Gesellschaft Blue Moon Metals will den Kupferabbau in Nordnorwegen durchführen. Das Kupfervorkommen gilt als eins der größten Europas. Wegen der geplanten Seedeponie im Repparfjord gab es allerdings bereits ausgedehnte Protestaktionen von samischen Aktivisten und Naturschutzorganisationen. Darüber berichtete auch NRK.

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Schweden bestellt neuen Eisbrecher bei Hyundai in Südkorea

Schweden. Die schwedische Seefahrtsbehörde hat bei der südkoreanischen Werft Hyundai Heavy Industries einen neuen Eisbrecher bestellt. Der Vertrag wurde vor wenigen Tagen unterzeichnet. Der neue Eisbrecher soll zur Saison 2029/2030 erstmals einsatzbereit sein. Das Design ist bereits fertig und stammt vom finnischen Büro Railotech, gemeinsam entwickelt mit den finnischen Behörden. Letztendlich sollen alle drei Eisbrecher der Atle-Klasse in absehbarer Zeit ausgetauscht werden. 

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Neue Bilder in der Galerie: Pyramiden

Der Berg, der dem Ort den Namen gab; Pyramiden

Spitzbergen ist außergewöhnlich in vieler Hinsicht. In Bezug auf die Natur,  aber auch in Bezug auf seine Siedlungsgeschichte und seine geopolitische Lage. Ein sehr spezieller Ort unter all den außergewöhnlichen ist die verlassene „sowjetische“ Bergbausiedlung Pyramiden. Zwar hat der russische Bergbaukonzern Trust Arktikugol dort inzwischen ein bisschen aufgeräumt und man kann nicht mehr einfach so ohne Guide in den Gebäuden herumlaufen. Der Kontrast zwischen der Umgebung und der Bebauung sowie die Einblicke in das damalige Leben sind trotzdem sehr interessant. Folgt mir dorthin in der neuen Galerie! Sie ist den ganzen Juni über zu sehen.

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Tierschutzorganisation meldet Missstände bei Hundesafaris

Finnland. Die finnische Tierschutzorganisation SEY bemängelt Missstände in der Schlittenhundebranche und veröffentlichte Videos von verletzten Tieren. Die Videos sollen 2024 und 2025 von (ehemaligen) Mitarbeitern und Kunden bei verschiedenen Farmen gedreht worden sein. Yle griff das Thema auf.

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