Island: Küstenwache holt kranke Passagiere von Kreuzfahrtschiffen

Island/Grönland. Krank auf dem Kreuzfahrtschiff in Ostgrönland? Oder bei Jan Mayen? Beide Fälle gab es gerade. Die Patienten wurden tatsächlich abgeholt – vom Hubschrauber der isländischen Küstenwache. Diese hatte in den vergangenen drei Tagen allein vier Einsätze weit außerhalb. Die Logistik ist dabei teilweise äußerst aufwendig, unter anderem, da die Reichweite des Helikoptertanks begrenzt ist. Darüber berichteten die Küstenwache (Landhelgisgæsla) selbst sowie RÚV und mbl.is. 

Seeraum nördlich von Island. Karte sel/openstreetmap

Das eine Kreuzfahrtschiff mit dem Krankheitsfall lag im Fjord nördlich des Flughafen Nerlerit Inaat in Grönland, auch bekannt als Constable Pynt. Nach der Markierung in der veröffentlichten Karte handelt es sich um den Kong Oscar Fjord. Obwohl weit weg, ist Island immer noch näher als grönländische Helfer. Allerdings gab es gleichzeitig an jenem Donnerstagnachmittag  noch ein erkranktes Besatzungsmitglied auf einem anderen Schiff, „nur“ 260 Kilometer nördlich von Island. So sah die Logistik am Donnerstag schließlich aus:

  • Der Küstenwache-Helikopter flog zunächst von Reykjavík nach Akureyri. Dort wurde neu aufgetankt, dann ging es zum ersten Schiff. Kurz nach 17 Uhr war das erkrankte Crewmitglied in den Helikopter hochgehievt. Der Helikopter flog nach Ísafjörður. Von dort wurde der Patient mit einem Krankenflugzeug nach Reykjavík gebracht, während der Helikopter für die Grönland-Tour vorbereitet und betankt wurde.
  • Von Ísafjörður aus flog der Helikopter zuerst nach Nerlerit Inaat, die direkte Entfernung beträgt rund 520 Kilometer. Dort wurde aufgetankt, bevor es weiter zum Kreuzfahrtschiff im Fjord nördlich davon ging. Mit dem erfolgreich hochgehievten Patienten kehrte der Helikopter zurück nach Nerlerit Inaat, wo das Krankenflugzeug von Norlandair schon auf ihn wartete, um ihn nach Island zu bringen.
  • Wie die Küstenwache schreibt, wurde der Helikopter auf diesen Langstreckeneinsätzen vom isländischen Überwachungsflugzeug begleitet. (Fotos zum Grönland-Einsatz hier)

Vier Einsätze an einem Tag

Gestern warteten neue Langstrecken-Einsätze auf die Hubschrauber-Teams: Zunächst ein erkrankter Fahrgast auf einem (anderen) Kreuzfahrtschiff bei Jan Mayen, etwa 550 Kilometer nördlich von Island. Das Schiff wurde gebeten, sich Richtung Island zu bewegen, um in die Reichweite des Helikopters zu kommen. Auf dem Weg dorthin kam noch ein neuer Notruf: ein erkranktes Crewmitglied auf einem isländischen Fischkutter. Dieses wurde zuerst abgeborgen und nach Akureyri gebracht. Frisch vollgetankt ging es von dort aus erneut Richtung Kreuzfahrtschiff, wo der erkrankte Fahrgast hochgehievt und ebenfalls nach Akureyri gebracht wurde. 

Mehr Einsätze als im Vorjahr

Der zweite Helikopter hatte inzwischen Krankentransporte von Flatey im Breiðafjörður und aus Patreksfjörður übernommen. Gegenüber mbl. is sagte der Sprecher der Küstenwache, Ásgeir Erlendsson, es gebe dieses Jahr bisher zehn Prozent mehr Notrufe, vor allem im Sommer – da seien es sogar 35 Prozent mehr gewesen. 

Ein möglicher Grund für die vielen Kreuzfahrtschiffe bei Ostgrönland könnte die Sonnenfinsternis sein:

Sonnenfinsternis in Grönland mit Briefmarke und Kreuzfahrern

 

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Norwegen: Fluglotsen im Streik – Verspätungen und Ausfälle

Norwegen. Seit gestern sind die ersten Fluglotsen in Norwegen im Streik, in Oslo (Gardermoen) und Bergen (Flesland). Es kam bereits zu Ausfällen und Verspätungen im Flugverkehr. Für Dienstag ist eine Ausweitung des Streiks angekündigt. Darüber berichtete NRK .Update 21 Uhr: Heute (Samstag) fielen laut NRK 72 Flüge aus, inklusive solche aus dem/ins Ausland. Der Luftraum über Bergen und Stavanger ist von 18.45 Uhr bis 22.20 Uhr geschlossen. In Bergen müssen Hunderte Wartende auf dem Flughafen übernachten.

Von den Ausfällen sind inzwischen nicht mehr nur SAS-Flüge betroffen.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Fluglotsen-Gewerkschaft und den Arbeitgebern scheiterten weniger am Geld, sondern an den von den Fluglotsen gewünschten Pausenregelungen, Optionen für verschiedene Lebensphasen und Rahmen für Lehrtätigkeit. Alle Vermittlungsversuche sind bisher gescheitert. Es ist aktuell unklar, wann die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Laut NRK hat die Gewerkschaft der Fluglotsen rund 600 Mitglieder in 20 Kontrolltürmen und drei Kontrollzentren. 536 können für Streiks aus ihrem Dienst abgezogen werden. Zu Beginn wurden nun zunächst zwölf Mitglieder abgezogen, aus den Türmen in Gardermoen  (Oslo) und Flesland (Bergen). Dies beeinträchtigt die Starts und Landungen in diesen beiden Knotenpunkten, aber auch die Abflug- bzw Zielflughäfen. Laut NRK wurden gestern rund 60 Flüge eingestellt, andere waren verspätet. Gardermoen wird morgen (Sonntag) früh von 6.30 Uhr  bis 11.30 Uhr komplett ausfallen. Ab Dienstag sollen acht weitere Fluglotsen in den Streik gehen, zwei davon aus dem Kontrollturm in Tromsø.

Sorgen auf Spitzbergen

Spitzbergen ist besonders abhängig vom Flugverkehr – es ist, abgesehen von Kreuzfahrtschiffen, die einzige Methode, wie man dorthin kommen kann, und es sind ohnehin nur wenige Flüge pro Tag. Wie Svalbardposten berichtet, gibt es allerdings keine Priorität für Svalbard-Reisende – lediglich für Notfälle. Mindestens einer der Sonntagsflüge aus Gardermoen (Oslo) ist eingestellt.

Folgen für Reisende

Denjenigen, die in diesen Tagen fliegen wollten, rät die norwegische Flughafengesellschaft Avinor, auf alle Fälle zum Flughafen zu kommen, sofern man nichts anderes von seiner gebuchten Airline gehört hat. Man sollte sich aber auf Ausfälle vorbereiten. Ob ein Flug eingestellt ist, ist auch auf der Internetseite des jeweiligen Flughafens von Avinor zu sehen. Übersicht über die erwarteten Konsequenzen laut Avinor: How to deal with a strike .

Stand 22. 8., 21.30 Uhr

Mehr zum Thema Fluglotsen:

Bald 20 norwegische Flughäfen aus Bodø ferngesteuert

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Färöer: Neue Kampagne für „rücksichtvollen Tourismus“

Färöer. Einfach bei fremden Leuten ins Fenster gucken? Würde man an seinem Heimatort nicht machen. Immer genau dahin gehen, wo alle anderen sind? Nicht das Rezept für einen entspannten Urlaub. Drohne am Flughafen steigen lassen? Ernsthaft? Visit Faroe Islands hat eine neue Video-Serie veröffentlicht, die natürlich Werbung für die Inselgruppe macht, aber aus einem neuen Winkel: „Please visit responsibly“.

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Zwei Männer tot im Zelt – Kamin ohne Abzug genutzt

Härjedalen (Schweden). Als die beiden Männer nicht wie angekündigt von ihrer Angelreise zurückkamen, schlugen die Angehörigen Alarm. Die Polizei fand die beiden tot in ihrem Zelt. Nach der Obduktion ist nun klar: Sie starben an Kohlenmonoxidvergiftung. Sie hatten einen Kamin im Zelt, dessen Abzug aber nicht montiert war. Darüber berichtete SVT.

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Erstmals üben dänische Wehrpflichtige in Grönland

Grönland. Neue Zeiten für dänische Wehrpflichtige: Seit diesem Jahr dauert ihr Dienst nicht mehr vier, sondern elf Monate. Und erstmals in neuerer Zeit kam nun eine Gruppe Wehrpflichtiger nach Grönland, um dort im Rahmen des Manövers „Arctic Endurance“ zu üben. Das meldeten die dänischen Streitkräfte. 

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Askja wieder ruhig – keine Zeichen für einströmendes Magma mehr

Island. Vor fünf Jahren begann sich das Land am Vulkan Askja zu heben, und die Fachleute führten dies auf einströmendes Magma zurück. Auch starke geothermische Aktivitäten wurden dort beobachtet, Doch mehr passierte nicht – und neue Messungen zeigen, dass das Land sich nicht mehr hebt. An der Askja herrscht wieder Ruhe. Das meldeten das isländische Wetteramt (Veðurstofa)  und RÚV.

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Schweden: Grünes Licht für neue Kupfergrube in Laver

Älvsbyn (Schweden). Die schwedische Regierung hat grünes Licht für weiteren Schritte zum Abbau des Kupfervorkommens Laver bei Älvsbyn in Norrbotten gegeben, Antragsteller ist der schwedische Bergbaukonzern Boliden. Naturschutzorganisationen hatten gegen das Projekt geklagt. Es stehen allerdings noch mehrere Schritte aus, bevor Boliden dort wirklich loslegen kann. Darüber berichtete unter anderem SVT. 

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Bjørnøya – das Schlüsselobjekt für Seevögel im Norden

Bjørnøya (Norwegen). Die Insel Bjørnøya zwischen dem norwegischen Festland und Spitzbergen beherbergt nur eine meteorologische Station, aber für ein paar Monate im Sommer eine Million brütende Seevogel-Paare. Die Zahl der Seevögel ist allerdings weltweit rückläufig. Warum wissenschaftliche Untersuchungen auf Bjørnøya so wichtig sind, und warum nur internationale Kooperation helfen kann, zeigt ein neuer Dokumentarfilm des Arktischen Rates. Außerdem bekommt man dabei Eindrücke von der schwer zugänglichen Insel.

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Radrennen Arctic Race of Norway unterwegs

Norwegen. Rund 100 Radfahrer werden heute die Vesterålen-Inseln Langøya und Hadseløya um- und durchfahren. Ob sie dabei Augen für die Landschaft haben, ist ungewiss: Es handelt sich um das Profi-Radrennen Arctic Race of Norway. Anders als bei der Tour de France brauchen sie keine Hitze fürchten – die Temperaturen sollen bei erfrischenden 15°C liegen, gestern hat es auch geregnet. Anders als die Radfahrer können die Zuschauer die Landschaft umso mehr genießen. Videos von den einzelnen Etappen gibt es auf der Website von ARN.

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Schweden: Tesla-Streik endet erfolglos

Schweden. Nach fast drei Jahren beendet die schwedische Gewerkschaft IF Metall den Streik gegen Tesla – weil keine Gewerkschaftsmitglieder mehr dort arbeiten. Laut Medien wurden rund 80 Gewerkschaftsmitglieder mit einer Abfindung zum Verlassen des jeweiligen Betriebs bewegt. Tesla hat in Schweden keine Fertigung, aber Servicewerkstätten. Darüber berichtete unter anderem Arbetet.

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