Zum letzten Mal: Eisstraße nach Hailuoto eröffnet

Hailuoto/Oulu. Die offizielle Eisstraße zur Insel Hailuoto vor Oulu ist nun eröffnet. Es ist das letzte Mal, dass man diese etwas abenteuerliche Überquerungsmethode nutzen kann: In diesem Jahr soll die feste Verbindung nach Hailuoto fertiggestellt werden. Darüber berichtete Yle.

Eisstraße nach Hailuoto 2019

Hailuoto ist die größte Insel in der Bottenwiek, es leben etwa 930 Personen dort fest. Normalerweise verkehrt die kostenlose Fähre Merisilta täglich mehrfach zwischen der Insel und Oulunsalo auf dem Festland. Bei stabiler Eislage wird außerdem eine Eisstraße eingerichtet, die insgesamt zehn Kilometer lang ist: acht Kilometer über Wasser und insgesamt zwei Kilometer Zufahrten. Mit der Einrichtung und der  Überwachung der Eisdicke ist ein örtliches Unternehmen beauftragt. Eine offizielle Eisstraße muss eine Eisdicke von mindestens 40 Zentimetern aufweisen. 

Der Bus fährt weiter Fähre

Die feste Verbindung besteht aus zwei Brücken und einem Damm. Quelle Väylävirasto

Die Fähre verkehrt auch weiterhin, aber nur eingeschränkt: Nur die Abfahrten, die den Bus transportieren, finden weiter regelmäßig statt, alle anderen nur nach Anmeldung. Die Inselbewohner können stattdessen die Eisstraße nutzen, mit der sie fast so flexibel sind wie mit der festen Verbindung, deren Bau sie seit 2024 verfolgen können. Die feste Verbindung besteht aus einem Damm und zwei Brücken mit verschiedenen Höhen, unter denen sowohl kleine Boote als auch größere Schiffe passieren können. Sie soll Ende des Jahres fertiggestellt sein. 

Zuletzt gab es 2022 eine offizielle Eisstraße

Die Eisstraße ist nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zugelassen, man darf maximal 50 km/h fahren und sollte großen Abstand zum Fahrzeug davor halten.  Zuletzt gab es 2022 eine offizielle Eisstraße, die allerdings nach einem tödlichen Unglück neben der Strecke schnell wieder geschlossen wurde. Im vergangenen Jahr richteten Privatpersonen eine inoffizielle Eisstraße ein, auf der man auf eigene Gefahr fuhr.

Eisstraßen auch in Schweden und Estland

Die Strecke nach Hailuoto ist nicht die einzige Eisstraße auf der Ostsee: Im geschützten Schärengarten vor Luleå sind beispielsweise mehrere Inseln im Winter mit dem Auto erreichbar, die längste Strecke ist 8,5 Kilometer lang. Aktuell sind alle sogar für Fahrzeuge bis 12 Tonnen zugelassen. Noch länger als die schwedischen und finnischen Eisstraßen ist die in Estland zwischen Saaremaa und Hiiumaa, die vor kurzem eröffnet wurde: 20 Kilometer. Dort sind bisher aber nur Fahrzeuge bis 2,5 Tonnen zugelassen. Wie der Guardian schreibt, entschieden sich die Behörden dazu, die Eisstraße einzurichten, nachdem Leute auf eigene Faust mit dem Auto aufs zugefrorene Meer hinausgefahren waren. 

Das Eis lockt

Das Ostseeeis hat zuletzt viele hinausgelockt, nicht überall endete es gut:

Früherer Artikel zum Ostseeeis: Eis auf der Ostsee: Alle Eisbrecher werden gebraucht

Mehr zu Hailuoto

und zur festen Verbindung: Finnland: Straße zur Insel Hailuoto jetzt im Bau

Mehr zu Ostseeeis: Von einer, die auszog, etwas über Eis zu lernen

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Mehr als 500 erwachsene Polarfüchse – aber Inzuchtgefahr

Norwegen/Schweden/Finnland. Der Bestand an Polarfüchsen in Skandinavien und Finnland hat sich in den vergangenen Jahren stabilisiert – nicht zuletzt dank des ausgesetzten Nachwuchses aus einem Zuchtprogramm. In diesem Winter wurde nun der 500. junge Polarfuchs aus dem Zuchtprogramm des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA) ausgesetzt. Sorgen macht den überwachenden Biologen allerdings die zunehmende Inzucht in Teilbeständen. Darüber berichtete auch NRK.

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Warten auf die Rückkehr des Ostseewassers

275 Kubikkilometer Wasser aus der Ostsee, so hat es das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde ausgerechnet, sind einfach weg. Weggedrückt Richtung Nordsee durch die Hochdrucklage der vergangenen Wochen. Noch immer verzeichnen Ostsee-Anrainer östlich von Rügen Wasserstände, die bis zu 70 Zentimeter unter den mittleren Werten liegen. Das hat Folgen für die Schifffahrt, ermöglicht aber auch seltene Anblicke: Im Zentrum von Stockholm, vor Kastellholmen, kann man nun das Wrack sehen, das dort im 17. Jahrhundert versenkt wurde

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Erster europäischer Lithium-Abbau gestartet – in Finnland

Kokkola/Kaustinen (Finnland). Gestern wurde die erste Salve der neuen Grube bei Syväjärvi gesprengt – und damit ist der Abbau des Lithium-Vorkommens zwischen Kaustinen und Kokkola in Gang. Es ist das erste Projekt in Europa und geplant als integriertes System von Abbau, Anreicherung und Raffinerie in derselben Region in Mittelfinnland. Ein Problem beim Aufbau waren die hohen Investitionskosten bei fallenden Lithiumpreisen. Darüber berichtete Yle.

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Erosion bei Reynisfjara: Strand nach starkem Ostwind weggespült

Mýrdalshreppur (Island). Der berühmte und auch berüchtigte Strand Reynisfjara in Südisland ist den vergangenen Tagen massiv erodiert. Starke, vom Wind getriebene Strömungen haben eine riesige Menge Sand weggespült. Gleich hinter den Warnschildern geht es nun steil bergab, und das Meer umspült nun die Basaltformation. Darüber berichteten RÚV und Morgunblaðið.

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Erdbebenschwarm vor Reykjanes – keine Anzeichen für Eruption

Eldey (Island). Seit Sonntag Mittag hat die Erde am äußersten Ende von Reykjanes mehr als 500 Mal gebebt – oft nur leicht, vier Mal aber auch stärker als 3. Das zeigen die Aufzeichnungen des isländischen Wetterdienstes (Veðurstofa). Der Erdbebenschwarm konzentrierte sich auf die Umgebung der Insel Eldey.  Gleichzeitig warten alle gespannt darauf, ob sich die Ausbruchsserie an der Kraterreihe Sundhnúksgígar fortsetzt, denn darunter haben sich inzwischen 21 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt. Doch dort scheint es weiterhin ruhig.

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Januar 2026: Nuuk so warm wie Kopenhagen

Grönland. Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen und die grönländische Hauptstadt Nuuk hatten im Januar 2026 beide Durchschnittstemperaturen um den Gefrierpunkt – für erstere ungewöhnlich kalt, für letztere so warm wie noch nie. Für dänische Meteorologen im Prinzip durchaus ein bekanntes Phänomen: Sie nennen es die „Temperaturwippe“ – im Winter landen Dänemark und Grönland oft in gegensätzlichen Wettersystemen. Einen so warmen Januar an Grönlands Westküste gab es allerdings bisher nicht. Darüber berichteten Sermitsiaq und das dänische Meteorologische Institut (DMI) selbst.

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Trotz Eis-Rückzug: Eisbären auf Spitzbergen geht es gut

Spitzbergen (Norwegen). Das Meereis um Spitzbergen herum wird immer weniger, und auch in diesem Jahr wird der Isfjord voraussichtlich nicht zufrieren. Die Wissenschaftler des Norwegischen Polarinstituts untersuchen deshalb seit den 1990er Jahren jährlich Eisbären der Region, um zu sehen, wie sich diese Veränderung auf sie auswirkt. Und erlebten eine Überraschung: Anders als in ähnlichen Regionen geht es den Eisbären auf und um Spitzbergen weiterhin gut. Einer der Faktoren: Sie fressen inzwischen auch andere Beute. Die Studie dazu ist in den Scientific Reports von Nature erschienen.

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Kanadas Konsulat in Nuuk jetzt offiziell eingeweiht

Nuuk (Grönland). Kanada hat gestern sein neues Konsulat in Nuuk offiziell eingeweiht. Dazu reisten die kanadische Außenministerin Anita Anand und Generalgouverneurin Mary Simon an, aber auch eine große Delegation Inuit aus der kanadischen Region Nunavik. Darüber berichteten Sermitsiaq, KNR und CBC. Auch der neue französische Generalkonsul für Nuuk ist eingetroffen – ihm fehlt aber noch ein Büro. 

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Grönland: 76 Prozent sehen keinen Vorteil, Teil der USA zu sein

Grönland. Drei Viertel der grönländischen Bevölkerung sehen keine Vorteile darin, zu den USA zu gehören. Das ergab eine aktuelle Umfrage mit dem Fragebogen des Wahlanalytikers Sune Steffen Hansen für die Copenhagen Post, durchgeführt von Opinion Danmark A/S. Daraus berichtete auch Sermitsiaq. 

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