Kommunales Wahlrecht für Ausländer im Norden

Die Frage des Wahlrechts ist möglicherweise nicht die erste, über die man nachdenkt, wenn man Pläne hat, in ein anderes Land zu ziehen. Früher oder später aber taucht sie auf. Die nordischen Länder sind dabei deutlich großzügiger als beispielsweise Deutschland: Wer länger bleibt, darf auf kommunaler Ebene wählen – unabhängig vom Herkunftsland. Überblick über „wer darf wann wo was“ – alle Angaben gelten für Personen über 18 Jahre.

Schweden 

Wahlkampf vor der jüngsten Wahl in Schweden, wo gleichzeitig kommunal, regional und in den Riksdag gewählt wurde

Wer als Staatsbürger eines EU-Landes ins EU-Land Schweden zieht und sich dort anmeldet, hat dort praktisch „sofort“ das Wahlrecht auf kommunaler und regionaler Ebene. Dies gilt auch für Staatsbürger aus den nordischen Nicht-EU-Ländern Norwegen und Island. Wer eine andere Staatsbürgerschaft hat oder staatenlos ist, muss mindestens drei Jahre lang in Schweden seinen Wohnsitz haben, um dort auf kommunaler und regionaler Ebene wählen zu dürfen. (Quelle: Valmyndigheten)

Finnland

Staatsbürger eines EU-Landes haben auch das Wahlrecht auf kommunaler und regionaler Ebene  im EU-Land Finnland. Auch Staatsbürger der nordischen Nicht-EU-Länder Island und Norwegen können auf kommunaler Ebene ihren politischen Willen ausdrücken. Andere Staatsbürger müssen zwei Jahre ununterbrochen ihren Wohnsitz in Finnland gehabt haben, bevor sie auf kommunaler und regionaler Ebene wählen dürfen. Stichtag für das Wahlregister ist jeweils 51 Tage vor dem Wahltag. Quelle vaalit.fi.

Norwegen

Staatsbürger eines anderen nordischen Landes (Schweden, Island, Dänemark und Finnland) dürfen in Norwegen auf kommunaler und regionaler Ebene wählen, wenn sie rechtzeitig, d.h. am 30. Juni des Wahljahres, registriert sind. Alle anderen Staatsbürger haben das kommunale und regionale Wahlrecht nach drei Jahren ununterbrochenem Wohnsitz in Norwegen. (Quelle regjeringen.no) Achtung: Dies gilt nur für Festland-Norwegen, nicht für Spitzbergen. Auf Spitzbergen ist es für Ausländer grundsätzlich nicht mehr möglich, durch einen Aufenthalt das kommunale Stimmrecht zu erwerben, und andere nordische Staatsbürger haben auch keine Vorteile.

Island 

Staatsbürger eines anderen nordischen Landes (Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland) dürfen auf Island auf kommunaler Ebene mit wählen. Staatsbürger anderer Länder erhalten das kommunale Wahlrecht nach drei Jahren ununterbrochenem Wohnsitz auf Island (Quelle Skra.is)

Dänemark

In Dänemark dürfen Staatsbürger eines EU-Landes, eines anderen nordischen Landes (nicht-EU-Länder Island und Norwegen) oder britische Staatsbürger auf kommunaler und regionaler Ebene wählen, wenn sie ihren Wohnsitz in Dänemark haben. Alle anderen Staatsbürger dürfen auf kommunaler und regionaler Ebene wählen, wenn sie ihren Wohnsitz mindestens vier Jahre ununterbrochen in Dänemark, auf den Färöern oder Grönland hatten. (Quelle borger.dk)

Grönland

In Grönland dürfen diejenigen kommunal wählen, die seit mindestens sechs Monate in Grönland ihren Wohnsitz haben und Staatsbürger des Königreich Dänemarks sind. Staatsbürger anderer Länder müssen außerdem mindestens drei Jahre im Königreich Dänemark (Dänemark, Färöer, Grönland) ihren Wohnsitz gehabt haben (Quelle sullissivik.gl)

Färöer

Auf den Färöern dürfen ausländische Staatsbürger kommunal wählen, wenn sie seit drei Jahren dort ihren Wohnsitz haben. (Quelle utlendingastovan.fo) 

Alle Angaben beziehen sich wohlgemerkt auf die Wahlen auf kommunaler und regionaler Ebene. Die Wahlen zu den jeweiligen nationalen Parlamenten ist den Staatsbürgern vorbehalten.

Der Weg zur Staatsbürgerschaft dauert deutlich länger und ist auch schwieriger, siehe Überblick in Höhere Anforderungen für Einbürgerung – jetzt auch in Schweden

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Eisbären zunehmend mit Antikörpern gegen Vogelgrippe

Grönland/Norwegen. Welche Auswirkungen hat die Verbreitung hochpathogener Vogelgrippeviren auf Eisbären? In Alaska und auf Spitzbergen sind Eisbären gefunden worden, die am Vogelgrippevirus gestorben sind. Doch Untersuchungen auf Spitzbergen und in Ostgrönland zeigen, dass immer mehr Eisbären die Infektion gut überleben und Antikörper ausbilden. Darüber berichtete unter anderem Svalbardposten.

Eisbären vor Ostgrönland. Foto Rune Dietz

Die Daten für Grönland  stammen aus einem  Programm, das in Kooperation mit örtlichen Jägern in Ittoqqortoormiit stattfand, beteiligt waren Universitäten aus Dänemark, Norwegen, den USA und Kanada.  Insgesamt wurden dabei zwischen 2016 und 2025 109 Proben von erlegten Eisbären genommen, die aber vorher gesund aussahen. Zum ersten Mal wird das hochpathogene Vogelgrippevirus 2024 nachgewiesen, bei drei von 14 Eisbären. 2025 waren es sechs von 14. Die Auswertung wurde gerade als Early Release veröffentlicht, Erstautorin ist Katja Buhler von der Universität Innlandet, Norwegen. 

 Mehr Eisbären mit Antikörpern auch auf auf Spitzbergen

Der tote Eisbär vom Raudfjord, Spitzbergen Foto Ingebjørg H. Nymo, Veterinærinstituttet

Die Daten für Spitzbergen stammen aus den jährlichen Untersuchungen an lebenden Eisbären, die dafür kurzfristig betäubt werden.  Das hochpathogene Vogelgrippevirus H5N5 wurde 2022 zum ersten Mal auf Spitzbergen bei einem Vogel nachgewiesen. Bei den Eisbär-Untersuchungen im Jahr 2023 entdeckten die Forscher zum ersten Mal Antikörper, die auf Kontakt mit dem Vogelgrippevirus schließen ließen – bei 27 von 36 Tieren. Im Jahr darauf waren es 26 von 27 Tieren, 2025 37 von 38.

Im Mai 2026 wurde der tote Eisbär im Raudfjord gefunden, der wahrscheinlich von einem an Vogelgrippe infizierten Walross gefressen hatte. Kurz darauf gab es einen weiteren Fund in der Nähe, bei dem ebenfalls H5N5 nachgewiesen wurde. Die Studie wurde in einem Preview diesen Sommer veröffentlicht. Erstautor ist Knut Madslien vom norwegischen Veterinärinstitut..

Ansteckungsgefahr größer, wenn Meereis schrumpft

Beide Teams kommen dabei unter anderem zu dem Schluss, dass die Gefahr für Eisbären, überhaupt mit Vogelgrippeviren in Kontakt zu kommen, im Laufe der Jahre gestiegen ist. Denn ihnen steht weniger Meereis zur Verfügung steht, von dem aus sie Robben jagen können. Stattdessen kommen sie nun häufiger mit Vögeln und anderen Beutetieren in Kontakt. Die Ergebnisse beider Untersuchungen zeigt, dass Eisbären mit der für sie neuen Krankheit umgehen und Antikörper ausbilden können, auch wenn es einzelne Todesfälle gibt.

Hochpathogene Vogelgrippeviren hatten in den vergangenen Jahren in den Nord-Ländern unterschiedlich stark gewütet. Einige finnische Pelztierzüchter mussten 2023 ihre Nerze vorzeitig keulen, da sich einzelne infiziert hatten.

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Mehr Warmwasser für Reykjavíks Einwohner gesucht

Reykjavík (Island). Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren wird in Reykjavík wieder nach Warmwasser gebohrt. Mit zusätzlichen Quellen soll Warmwasser der Stadt auch in Zukunft im Winter verlässlich zur Verfügung stehen – und mehr Einwohner brauchen auch mehr Wärme. Im Gebiet Laugardalur in Reykjavík werden bereits neun Bohrlöcher zur Förderung von Warmwasser betrieben. Darüber berichtete RÚV.

Geothermalgebiet Gunnuhver, Reykjanesskagi

Das Geothermalgebiet Gunnuhver liegt weiter entfernt von der Hauptstadt auf Reykjanesskagi

Als 1928 das erste Warmwasserloch in Reykjavík in Betrieb genommen wurde, war die Stadt nicht so dicht besiedelt wie heute. Dass die Bohrungen nun in bewohntem Gebiet stattfinden, mit schwerem Gerät, kann Störungen verursachen, deshalb wird anfangs nur tagsüber gearbeitet. Wie Energieversorger Veitur auf seiner Website erklärt, werden die Bohrlöcher im Laugardalur nur im Winter angezapft. Im Sommer reichen die Geothermieanlagen in Hellisheiði und Nesjavellir für die Versorgung von Reykjavík aus. Die Hoffnung ist, dass die Warmwasser-Kapazität aus dem Laugardalur sich durch die neuen Bohrungen um 40 Prozent steigern lässt. Zuletzt wurde im Laugardalur 1982 nach Warmwasser gebohrt. Bei dem Gebiet dort handelt es sich um ein Niedertemperatur-Geothermalgebiet. 

Zwei Drittel von Islands Energiebedarf kommt aus der Erde

Geothermie deckt auf Island etwa zwei Drittel des Primärenergiebedarfs, vorrangig direkt. Inzwischen wird aber auch ein knappes Drittel des isländischen Strombedarfs durch heißes Wasser aus der Erde erzeugt.

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Islands erster Windpark jetzt in Betrieb

 

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Preise des Nordischen Rates: Norwegen räumt ab

Das gab es noch nie in der Geschichte des Nordischen Rates: Zum ersten Mal gehen alle vier Kulturpreise und der Umweltpreis in dasselbe Land – Norwegen. Die Preisträger würden jeweils von einer eigenständigen Jury gekürt, heißt es dazu in der Pressemitteilung des Nordischen Rates. Der ausgewählte Roman erschien übrigens gleichzeitig auf Norwegisch und Samisch. Die Preisverleihung findet im Zusammenhang mit der Session des Nordischen  Rates am 27. Oktober  in Helsinki statt.

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Finnland will eine Million Antipersonenminen kaufen

Finnland. Das finnische Militär will eine Million Antipersonenminen erwerben. Dafür soll bis 2028 eine einheimische Produktion aufgebaut werden. Das berichtete Yle. Finnland ist wie die drei baltischen Länder und Polen jüngst von der Ottawa-Konvention gegen Landminen zurückgetreten. 

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Soll Grönland zurück zur früheren Zeitzone?

Grönland. Vor drei Jahren wechselte Grönland in Etappen seine Zeitzone – von UTC -3 auf UTC -2. Aktuell beträgt der Unterschied deshalb nur  noch drei Stunden zu Dänemark und Deutschland. Doch inzwischen wünschen sich zahlreiche Bürger die alte Zeitzone zurück  – und finden damit langsam auch Gehör bei der Regierung. Darüber berichteten Semitsiaq und KNR.

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Wenige Reisende Haparanda-Finnland – bessere Zeiten geplant

Finnland/Schweden. Im August startete der grenzüberschreitende Bahnverkehr von Oulu bis Haparanda. Dafür gab es viel mediale Aufmerksamkeit – die bisherigen Nutzerzahlen sind aber recht gering. Dies soll sich ändern, wenn die Fahrpläne in den beiden Ländern ab Mitte Dezember besser aufeinander abgestimmt sind. Darüber berichtete järnvägar.nu.

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Agentur-Gründerin: Husky-Firmen sind nicht alle gleich

Die ersten Flocken im hohen Norden sind gefallen – bald startet die Hundeschlitten-Saison. Aber wie können Touristen sicherstellen, dass sie ihre Traumtour durch den Winterwald nicht bei einer Firma buchen, die später als Negativbeispiel Schlagzeilen macht? Für Touristen sei es eigentlich unmöglich, das vorab zu prüfen, meint Michelle Abert, die selbst als Musherin gearbeitet hat. Deshalb hat sie nun eine eigene Vermittlungsagentur gegründet, die nur Firmen aufnimmt, von denen sie persönlich überzeugt ist.

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Schweden: Andersson scheitert erwartet beim ersten Wahlgang

Schweden. Die Wahl in Schweden ist gut einen Monat her, aber immer noch gibt es keine Anzeichen für eine neue Regierung. Gestern ließ Parlamentssprecher Andreas Norlén über die Sozialdemokratin Magdalena Andersson als neue Premierministerin abstimmen. Dabei bekam sie jedoch nur die 99 Stimmen ihrer eigenen Partei, der Rest waren Gegenstimmen – noch immer können sich ihre potenziellen Koalitionspartner nicht auf eine gemeinsame Linie einigen.

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Transporter hat Strömsundsbrücke verlassen – weiterhin gesperrt

Strömsund (Schweden). Ende September verzog sich die Strömsundsbrücke, während ein Schwertransporter darüber fuhr. Wie inzwischen klar ist, war dabei ein Pendellager gebrochen. Nach 16 Tagen durfte der Transporter die Brücke gestern verlassen. Um die Fahrbahn wieder in eine Ebene zu bekommen, waren 96 Betonblöcke platziert worden. Darüber berichtete SVT. 

Bei dem Transport handelt es sich um einen Transformator für einen Kunden in Norwegen, der eine Ausnahmegenehmigung für die Passage hatte. Die beschädigte Brücke bleibt weiter geschlossen. Sie soll nun gründlich inspiziert und repariert werden. Für den Fernverkehr auf der E 45 gilt eine weiträumige Umleitung. Für den lokalen Verkehr wird voraussichtlich nächste Woche eine provisorische Fähre eingesetzt.

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