Schweden: Wallenberg-Geld rettet fossilfreies Stahlwerk Stegra

Boden (Schweden). Zuletzt sah es so aus, als würde dem Unternehmen Stegra das Geld ausgehen, bevor die erste Tonne fossilfreien Stahls im Lichtbogenofen produziert wurde. Diese Sorgen sind vorbei: Ein Konsortium, zu dem Wallenberg Investment gehört, ist bei Stegra mit 1,4 Milliarden Euro eingestiegen. Darüber berichtete unter anderem SVT.

Große Baustelle von oben

Stegra-Baustelle bei Boden, März 2026. Foto Stegra

Stegra in Boden ist eins von zwei Projekten in Nordschweden, die auf fossilfreie Stahlerzeugung setzen. Das andere ist SSAB in Luleå und Oxelösund. Während SSAB seine neuen Öfen parallel zum bisherigen, konventionellen Stahl- Business hochzieht und vorher zunächst in einer Pilotanlage die Technik getestet hat, ist Stegra eine völlig neue Firma an einem neuen Standort und setzt von Anfang an auf Größe. Das Geld kommt von privaten Investoren. Aber man brauchte mehr davon als geplant: Stegra brauche 10, besser noch 20 Milliarden Kronen, hieß es zuletzt in den Medien – und die sollten zwar bis Ende März gefunden worden sein, waren es aber nicht. Es gibt in dieser Geschichte einige Parallelen zum gescheiterten Batterieriesen Northvolt, was die Befürchtungen vor Ort verstärkte, dass Stegra den selben Weg nehmen könnte wie Northvolt.

Name Wallenberg allein ist viel wert

So kommt es wohl nicht: Die 15 Milliarden SEK des Konsortiums, umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro, decken zunächst den Bedarf. Und sie sind laut SVT-Kommentator Johan Zachrisson Winberg mehr wert durch den Namen Wallenberg, einer traditionsreichen schwedischen Finanzdynastie. Zwar bestehe der Anteil von Wallenberg Investment nur aus drei der 15 Milliarden SEK des Konsortiums. Aber der Name Wallenberg stehe für eine langfristige Ausrichtung und gute Möglichkeiten, bei Bedarf noch mehr hervorzuholen.

Modernes Stahlwerk auf der grünen Wiese

Die heranwachsende Industrieanlage in Svartbyn bei Boden ist komplett auf die neue, fossilfreie Methode der Stahlproduktion ausgerichtet. Etwas abseits soll der Wasserstoff selbst erzeugt werden, der dann für die Direktreduktion benötigt wird. Mithilfe der Lichtbogentechnologie entsteht dann der Stahl. Im Gegensatz zur konventionellen Stahlerzeugung wird Kohle für den Prozess nicht mehr gebraucht, was den CO2-Ausstoss zum größten Teil verschwinden lässt. Allerdings werden enorme Mengen Energie benötigt, die aus Wind und Wasserkraft kommen soll. 

Abkommen für das Erz fehlt noch

Wind und Wasserkraft gibt es reichlich in Nordschweden, und den Rohstoff Erz eigentlich auch. Bisher ist Nordschwedens größter Erzlieferant LKAB aber kein Abkommen mit Stegra eingegangen. Zum einen ist LKAB finanziell bei der „Konkurrenz“ SSAB involviert. Zum anderen sind die Gleise Richtung Boden laut LKAB so voll, dass man keine Lieferungen versprechen könne. Nachdem die Finanzierungsfrage nun vom Tisch ist, ist ein Erz-Abkommen mit LKAB  laut PT allerdings das nächste Ziel für Stegra.

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Finnland

Krokusse

Frühling

Den höchsten statistischen Unterschied landesweit im Vergleich zu früheren Jahren gab es in Finnland: Dort errechneten die Wissenschaftler des finnischen meteorologischen Instituts eine landesweite Durchschnittstemperatur von 1,1 °C. Zuletzt lag der Rekord bei 0,0°C, gemessen in 2007. 

Beispiele:

  • Helsinki Kaisaniemi, Messserie seit 1900.  März 2026: + 3 °C. Zuletzt: +2,8°C (2025). Referenzwert März (1991-2020): -0,7 °C
  • Sodankylä Tähtelä, Messserie seit 1908, März 2026  -0,7 °C.  Zuletzt: -2,3 °C (2015). Referenzwert März (1991-2020):  -7,1°C.

Norwegen

In Norwegen beträgt der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen landesweiten Rekord 0,6°C – so steht es im neuen Report der norwegischen Meteorologen. Speziell die mittleren und nördlichen Landesteile gelten als im Vergleich „extrem warm“. Der März 2012 lag 3,3°C über dem Referenzwert, der März 2026 3,9 °C. Wie NRK berichtet, ist die Natur in Nordnorwegen ihrer Zeit deutlich voraus. 

Beispiele:

  • Nordøyan fyr, Messserie seit 1890. März 2026: +5,6 °C. Zuletzt: +4,8 °C  (2022). Referenzwert März (1991-2020): +2,3 °C 
  • Kautokeino, Messserie seit 1889. März 2026: -2,4 °C. Zuletzt: -3,8 °C in den Jahren 2007 und 2015. Referenzwert März (1991-2020): – 9,2°C

Schweden

Auch in Schweden kamen die Meteorologen des SMHI zu dem Schluss, dass es sich beim März 2026 um den wärmsten je gemessenen Monat handele. Dies betreffe besonders den nördlichen Teil. 

Beispiele: 

  • Stockholm Observatoriekullen, Messserie seit 1756. März 2026: +5,5 °C. Zuletzt: +4,9 °C (2025). Referenzwert März (1991-2020): +1,6 °C
  • Piteå, Messserie seit 1860. März 2026: 1,6 °C. Zuletzt: 0,6 °C.  (2015). Referenzwert März (1991-2020): -3,5 °C

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