Schweden: Kaum noch Raucher – Weißer Snus immer beliebter

Schweden. Weniger als fünf Prozent der Menschen in Schweden rauchen noch täglich, meldet der schwedische Zentralverbund für Alkohol- und Narkotikaaufklärung (CAN) in seinem neuen Bericht mit Zahlen zum Jahr 2025. Damit gilt Schweden als „praktisch rauchfrei“ und ist schon seit längerem das EU-Land mit dem geringsten Raucheranteil. Ein anderes Nikotinprodukt ist jedoch umso beliebter: Snus. Dazu trägt auch das neue Produkt „weißer Snus“ bei. Darüber berichtete unter anderem  SVT.

Traditioneller Snus. Foto Lisa Risager/ Wikimedia, CC BY-SA 2.0,

Schweden ist das einzige EU-Land, in dem Snus produziert und offiziell verkauft werden darf. Diese Ausnahmeregelung handelte das Land bei seinem EU-Beitritt 1995 aus, denn in Schweden befinden sich mehrere Snus-Produzenten. Snus enthält ebenso Nikotin wie Zigaretten. Im Gegensatz zu Zigaretten, deren Rauch auch die Menschen in der Umgebung stört und schädigt, beschränken sich die gesundheitlichen Nebenwirkungen jedoch auf den Anwender. Weil es nicht auffällt, wird Snus praktisch überall genutzt – auch im Kino, im Bus oder bei der Arbeit. Der niedrige Raucheranteil (knapp 5 Prozent täglich, weitere 5 Prozent sporadisch) macht also nur einen Teil des Nikotinkonsums aus. Insgesamt nutzen laut der CAN-Statistik 30 Prozent der Bevölkerung zumindest monatlich ein Nikotinprodukt – Snus, Zigaretten oder E-Zigaretten (Vapes).

Vitt Snus: Nikotinprodukt ohne Tabak

Neben den traditionellen braunen, tabakgefüllten Snuspäckchen gibt es seit etwa zehn Jahren auch ein neues Produkt namens „weißer“ Snus: Darin ist fast kein Tabak mehr enthalten, aber sehr wohl Nikotin.  „Vitt snus“ wird in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten, zum Beispiel Pfefferminz, Frucht oder Kaffee. Der weiße Snus verkauft sich sehr erfolgreich und ist bei den 17-29-Jährigen sogar die vorherrschende Variante, zeigt die CAN-Untersuchung, die auf Selbstauskünften beruht. Junge Frauen nutzen fast nur weißen Snus. Während es insgesamt immer noch mehr Männer sind, die „snusen“ (39% der 17-29-Jährigen, 29% der 50-63-Jährigen), wächst die Zahl der Frauen, die zum Nikotinpäckchen greifen, vor allem sind es die Jüngeren (28% der 17-29-Jährigen, aber nur 8% der 50-64-Jährigen).

Frankreich hat den weißen Snus verboten

Weil im weißen Snus praktisch kein Tabak mehr enthalten ist, fiel er in Schweden zunächst nicht unter die Gesetze, die für den Verkauf von Tabakprodukten gelten. Erst seit August 2022 gilt die Altersgrenze von 18 Jahren nicht nur für traditionellen, sondern auch für weißen Snus. Der weiße Snus fand auch seinen Weg in andere EU-Länder. Als erstes Land hat Frankreich weißen Snus komplett verboten – nicht nur den Verkauf im Land, sondern auch das Einführen und Konsumieren mitgebrachter Produkte. Kleinere Mengen traditionellen Snus darf man dagegen weiter mitbringen. 

Die schwedische Regierung und die Tabaklobby

Die schwedische Regierung protestierte vorab gegen das geplante Verbot  von weißem Snus in Frankreich und Spanien. Dabei benutze sie unter anderem das Argument, dass weißer Snus die gesündere Alternative zum Rauchen sei und ein Verbot negative Auswirkungen haben könne, weil dann mehr Leute weiter rauchten. Wie die Recherche von Sveriges Radios ergab, hatte sich das zuständige Ministerium dabei die Argumente von der Tabakindustrie liefern lassen. Es gebe keine Forschungsergebnisse, die belegten, dass Snus, oder weißer Snus, ein effizientes Mittel zur Raucherentwöhnung sei, heißt es von der schwedischen Gesundheitsbehörde.

Früherer Artikel zum Thema:

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Island aktuell eins der teuersten Länder weltweit

Island. Island ist aktuell eins der teuersten Länder der Welt – jedenfalls nach der Berechnung der isländischen Gewerkschaft Viska. Die Preise seien höher als in der Schweiz und deutlich höher als in den anderen nordischen Ländern. Preise in Island lägen 84 Prozent über dem europäischen Durchschnitt und stiegen schneller als in anderen europäischen Ländern. Darüber berichtete auch mbl.is (englisch).

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Preisniveau 2025 und 2026 auf Basis von Zahlen von Eurostat und der isländischen Zentralbank. Berechnet von Viska anhand harmonisierter Preisindizes und Euro-Umtauschraten in dem jeweiligen Land. Von links nach rechts: Island, Schweiz, Luxemburg, Norwegen, USA, Irland, Dänemark, Schweden, Finnland, Niederlande. Quelle Viska

Viska ist die isländische Gewerkschaft für Akademiker. In den Berechnungen stützt sie sich auf Zahlen von Eurostat und der isländischen Zentralbank. Hauptsächlich wird Island mit den anderen nordischen Ländern verglichen. In Bezug dazu kosteten Lebensmittel auf Island 44% mehr, Milchprodukte sogar 75%. Restaurantbesuche seien 31% teurer, der Kauf eines Fahrzeugs 40%. 

Die höheren Löhne allein könnten diese Abstände nicht erklären, so Viska, und sieht die Ursache auch in hohen Importzöllen und Oligopolen. Doch die Preise seien „zu hoch“ . Viska warnt vor sinkenden Exporten und einer Abwertung der Krone, wenn es nicht gelinge, die Inflation zu stoppen. 

  • Die Gewerkschaft fordert die Unternehmen auf, die Preise um zehn Prozent zu senken. Schließlich seien die Preise einheimischer Produkte in den vergangenen drei Jahren um 20% gestiegen, die Produktivität aber nur um 12%.
  • Sie empfiehlt den Privathaushalten, preisbewusster zu einzukaufen. Bisher scheinen sich die Haushalte nicht einzuschränken.
  • Vor allem aber wird die Regierung aufgefordert, die ihr zur Verfügung stehenden Mittel gegen Inflation einzusetzen.

Tatsächlich hatte Island im April eine Inflationsrate von 5,2% und damit deutlich mehr als Norwegen (3,4%), Österreich (3,4%), Deutschland (2,9%), Finnland (1,5%), Schweden (0,8%) und die Schweiz (0,6%).  Im März lag Island bei 5,4% – auch da höher als die anderen.

Vor kurzem hat die isländische Regierung deshalb bereits die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe gesenkt. 

 

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Aus Furcht vor Spionage: Preisgekrönte Toilette geschlossen

Andøya (Norwegen). Die Nationale Touristenstraße Andøya verläuft an der Grenze zwischen Meer und Land und bietet spektakuläre Ausblicke. Auf dem Rastplatz Bukkekjerka kann man innehalten und genießen. Auf die Toilette gehen kann man aber nicht mehr: Das preisgekrönte Sanitärgebäude mit Aussicht aufs Meer wurde geschlossen – „aufgrund der aktuellen sicherheitspolitischen Situation“. Von dort aus kann man den Raketenstartplatz Andøya Space sehen. Darüber berichtete NRK.

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Finnische Gewerkschaft warnt von Job bei Nordic Unique Travels

Rovaniemi (Finnland). Die finnische Dienstleistungsgewerkschaft PAM hat eine Bewerbungsblockade gegen das Tourismusunternehmen Nordic Unique Travels in Rovaniemi ausgerufen. Anlass sind laut Gewerkschaft „wiederholte und absichtliche Verletzungen der Tarifverträge“ und „ein Geschäftsmodell, das auf Ausbeutung der Mitarbeiter beruht“. 2024 starb ein Tourguide bei einem Unfall mit dem Schneemobil. Darüber berichtete auch Yle.

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Grönländer demonstrieren vor Konsulat-Eröffnung

Nuuk (Grönland). Der Sondergesandte des US-Präsidenten ist abgeflogen. Das neue Konsulat der USA in Nuuk ist eingeweiht, ohne Mitglieder der grönländischen Regierung. Davor haben rund 500 Menschen demonstriert. Über die ereignisreichen Tage in Nuuk berichteten unter anderem Sermitsiaq, KNR und DR. Das Thema wird weiter köcheln, denn die Absicht von Seiten der USA hat sich nicht geändert: “ Das Ziel ist, dieses Land unter die Monroe-Doktrin zu bringen, auf eine für Grönland  positive Weise“, so der Sondergesandte Jeff Landry zu DR.

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Steinschlag: Zufahrtsstraße zur Trolltunga bis 8. Juni gesperrt

Ullensvang (Norwegen). Die Fellsformation Trolltunga, eines der beliebtesten Touristenziele Norwegens, ist bis zum 8. Juni nicht zugänglich. Wie die Kommune Ullensvang mitteilte, musste die Zuwegung, die Straße Skjeggedalsvegen geperrt werden, weil dort mehrfach Felsbrocken herunterkamen. Damit die Sicherungsarbeiten am Hang darüber durchgeführt werden können, darf sich niemand darunter bewegen. Darüber berichteten auch Hardanger Folkeblad und NRK.

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Spitzbergen: Vogelgrippevirus bei totem Eisbären nachgewiesen

Spitzbergen (Norwegen). Bei einem toten Eisbären und einem toten Walross auf Spitzbergen wurde das Vogelgrippevirus nachgewiesen. Es ist das erste Mal, dass das Vogelgrippevirus bei einem Eisbären in Europa gefunden wurde. Das meldete das norwegische Veterinärinstitut. Das erste Vogelgrippevirus bei einem Eisbären wurde 2023 in Alaska entdeckt. Ein Walross mit dem Virus wurde schon 2023 auf der Insel Hopen südlich von Spitzbergen gefunden.

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US-Vertreter in Grönland: Neuer Tonfall, altes Ziel

Grönland. Tonfall und Taktik haben sich geändert, doch die Grönländer wittern das eigentliche Ziel. Diese Woche sind der US-Botschafter in Dänemark, Ken Howery, und der Sondergesandte der US-Präsidenten für Grönland, Jeff Landry, in Nuuk. Unter anderem wird ein neues, großes US-Konsulat eingeweiht. Die beiden werben um Vertrauen, doch die Vorgeschichte sitzt tief. Darüber berichten Sermitsiaq, KNR und DR.

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Letzter Sommer für Besucherzentrum von Andøya Space

Andøya (Norwegen). Das Besucherzentrum von Andøya Space auf den Vesterålen öffnet heute nach der Winterpause zu seiner letzten Saison. Bis Ende September kann man dort noch täglich das virtuelle Raumschiff Aurora und den Escape Room besuchen. Ende September ist endgültig Schluss: Ein wirtschaftlicher Betrieb sei nicht ohne Investitionen möglich, und Andøya Space wolle sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren, teilte das Unternehmen mit

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Neues Waffengesetz für Grönland – unter Vorbehalt

Grönland. Das grönländische Parlament hat ein neues Waffengesetz beschlossen. Es gibt nun neue Altersgrenzen und Vorschriften, wie Waffen und Munition aufzubewahren sind. Das Gesetz kann aber noch nicht in Kraft treten: Grönland hat dieses Sachgebiet noch nicht übernommen, und deshalb muss nun auch der Folketing in Kopenhagen darüber abstimmen. Darüber berichteten Sermitsiaq und KNR.

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