Longyearbyen/Spitzbergen (Norwegen). Seit einem Jahr müssen die Menschen in Longyearbyen nun ihr Trinkwasser aus dem Laden holen. Das bisher verwendete Wasser aus dem aufgestauten See Isdammen enthält zu viel Mangan – und anders als früher hat sich dies auch nicht mehr gebessert. Longyearbyen muss in die Wasserreinigung investieren, aber eine schnelle Lösung gibt es nicht. Darüber berichtete Svalbardposten.
Longyearbyens Rettung war und ist aktuell die Brauerei: Die benutzte nämlich schon vorher Filter für das lokale Wasser für ihre Bier- und Sprudelwasserproduktion, was von der Lokalverwaltung bezuschusst worden war. Für den Alltagsgebrauch der Einwohner reinigt sie nun containerweise Trinkwasser, das die Leute sich im Supermarkt in ihre eigenen Kanister abfüllen können. Neben dem Mangan sind auch Sulfat, Nickel und Aluminium ein Problem. Die Lokalverwaltungn hat inzwischen auch noch eine weitere Filteranlage finanziert. Mit diesem Modell wird Longyearbyen auch noch eine Weile leben müssen. Denn die bisherigen Tests haben gezeigt, dass es keine schnelle Lösung gibt.
Versuchsanlage nicht ausreichend effektiv
Wie Svalbardposten berichtet, wurde schon im vorigen Herbst eine Versuchsanlage am Trinkwasserstausee, Isdammen, installiert. Und diese schaffte es auch, den Mangangehalt zu senken – aber nicht genug. Es braucht also eine neue Lösung. Im Oktober soll ein Bericht mit Lösungsvorschlägen fertig werden. Darin soll es auch um andere Fragen der Wasserversorgung gehen, zum Beispiel Löschwasser. Im Sommer steht Longyearbyen aktuell noch eine andere Wasserquelle aus einem Nebental zur Verfügung. Im Winter gibt es nur den Isdammen.
Ursache des hohen Mangangehalts unbekannt
Um eine Lösung für das Wasserproblem zu finden und umzusetzen, braucht es auch fachkundiges Personal bei der Verwaltung. Diese Verwaltung – für eine Gesamtbevölkerung von nicht einmal 3000 Einwohnern – sei aber dünn aufgestellt und habe auch ein Rekrutierungsproblem, so Svalbardposten.
Über die Ursache des hohen Mangangehalts gibt es bisher keine sicheren Erkenntnisse. Eine Hypothese ist, dass das Metall sich durch den schwindenden Permafrost im Boden löst und austritt. Auch in der Vergangenheit gab es phasenweise höhere Werte, die aber wieder heruntergingen.
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Zu viel Mangan: Leitungswasser in Longyearbyen nicht trinkbar




