Trotz Eis-Rückzug: Eisbären auf Spitzbergen geht es gut

Spitzbergen (Norwegen). Das Meereis um Spitzbergen herum wird immer weniger, und auch in diesem Jahr wird der Isfjord voraussichtlich nicht zufrieren. Die Wissenschaftler des Norwegischen Polarinstituts untersuchen deshalb seit den 1990er Jahren jährlich Eisbären der Region, um zu sehen, wie sich diese Veränderung auf sie auswirkt. Und erlebten eine Überraschung: Anders als in ähnlichen Regionen geht es den Eisbären auf und um Spitzbergen weiterhin gut. Einer der Faktoren: Sie fressen inzwischen auch andere Beute. Die Studie dazu ist in den Scientific Reports von Nature erschienen.

Fangorte der männlichen (schwarz) und weiblichen (rot) Eisbären. Gelbe Linie: standorttreue Tiere. Lila Linie: mit dem Eis wandernde Tiere. Quelle Aars, J.et al. Body condition among Svalbard Polar bears Ursus maritimus during a period of rapid loss of sea ice. (2026).

Von anderen Eisbär-Populationen werden bereits negative Folgen durch das schrumpfende Meereis berichtet, zum Beispiel von der westlichen Hudson Bay und der südlichen Beaufortsee. Bevor es soweit kam, dass es weniger Nachwuchs gab, konnte man schon eine schlechtere körperliche Verfassung beobachten.

Die Eisbären von Spitzbergen gehören zur Barentssee-Population, die ein weiträumiges Gebiet besiedelt, inklusive des russischen Archipels Franz-Josef-Land. 2004 wurde diese Population auf 1900 bis 3600 Exemplare geschätzt, es wird vermutet, dass es heute sogar mehr sind. Dabei gibt es auf Spitzbergen zwei Gruppen von Eisbären: solche, die das ganze Jahr über auf Spitzbergen bleiben, etwa 240-260 Tiere, als auch solche, die im Sommer mit dem Eis nach Nordosten ziehen. Sie haben unterschiedliche Herausforderungen: Die, die an Land bleiben, können mangels Eis längere Zeit keine Ringelrobben jagen.  Für die andere Gruppe, „pelagisch“ genannt, ist das Problem, dass die weiblichen Tiere im Herbst jetzt weiter schwimmen müssen, wenn sie zur Wurfhöhle an Land zurückzuwollen.

Erst Verschlechterung, dann Erholung

Eisbär auf Spitzbergen. Foto Adam Steer, Norsk Polarinstitutt

Der  Zustand der Eisbären wird schon seit 1987 überwacht, indem  jedes Jahr im Frühjahr einige Eisbären an verschiedenen Orten für eine Untersuchung vorübergehend betäubt werden. Die besagte Studie basiert auf den Daten von 1188 Untersuchungen in den Jahren 1995–2019, insgesant handelte es sich um 770 erwachsene Tiere. Es zeigte sich, dass die körperliche Verfassung der Bären bis 2000 schlechter wurde, sich danach aber wieder verbesserte, trotz starken Eisverlustes. Ausnahme: die ältesten weiblichen Tiere. 

Effizientere Robbenjagd?

Ein Erklärungsansatz der Wissenschaftler für den überraschenden Gesamttrend ist, dass Ringelrobben bei weniger Eis dichter vorkommen und damit eine effizientere Jagd möglich machen, die lange vorhält. Eisbären haben die Fähigkeit, große Fettreserven gut zu speichern. Außerdem wurde beobachtet, dass sich Eisbären auch neuer Beute zuwenden.

Neue Beute an Land

So sah man Eisbären inzwischen auch Bartrobben und Seehunde fressen sowie vom Kadaver gestrandeter Wale und bereits toter Walrosse. Bären, die auf Spitzbergen bleiben, bedienten sich außerdem an den Eiern in Vogelnestern und holten sich Eiderenten und Gänse. Es gibt inzwischen auch zahlreiche Beobachtungen, die belegen, dass Eisbären erfolgreich Rentiere jagen können. „Diese Entwicklung bedeutet auch, dass Eisbären einen größeren Einfluss auf terrestrische Ökosysteme, insbesondere Vogelkolonien, haben und dass sie in Spitzbergen zu einem wichtigeren Bestandteil des terrestrischen Ökosystems werden als zuvor“, so Eisbärforscher Jon Aars vom norwegischen Polarinstitut, Hauptautor der Studie.

„Wir wissen nicht, wo die kritische Grenze liegt“

Angesichts der sehr unterschiedlichen Beobachtungen in den verschiedenen Eisbärbeständen verweist die Studie darauf, dass lokale Faktoren einen Unterschied machen können. Während sich in der westlichen Hudson Bay und der südlichen Beaufortsee bereits negative Auswirkungen zeigen, geht es den Eisbären auf Spitzbergen und auch denen an der Tschuktschensee noch gut. Die Frage ist, wie lange noch: „Eisbären sind jedes Jahr für eine Mindestzeit auf Meereis angewiesen, aber wir wissen noch nicht, wo diese kritische Grenze liegt“, so  Jon Aars.

Um die Untersuchungsmethode gab es vergangenes Jahr eine Debatte:

Wie viel Eisbärenstress für die Forschung ist vertretbar?

 

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Kanadas Konsulat in Nuuk jetzt offiziell eingeweiht

Nuuk (Grönland). Kanada hat gestern sein neues Konsulat in Nuuk offiziell eingeweiht. Dazu reisten die kanadische Außenministerin Anita Anand und Generalgouverneurin Mary Simon an, aber auch eine große Delegation Inuit aus der kanadischen Region Nunavik. Darüber berichteten Sermitsiaq, KNR und CBC. Auch der neue französische Generalkonsul für Nuuk ist eingetroffen – ihm fehlt aber noch ein Büro. 

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Grönland: 76 Prozent sehen keinen Vorteil, Teil der USA zu sein

Grönland. Drei Viertel der grönländischen Bevölkerung sehen keine Vorteile darin, zu den USA zu gehören. Das ergab eine aktuelle Umfrage mit dem Fragebogen des Wahlanalytikers Sune Steffen Hansen für die Copenhagen Post, durchgeführt von Opinion Danmark A/S. Daraus berichtete auch Sermitsiaq. 

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Eis auf der Ostsee: Alle Eisbrecher werden gebraucht

Finnland/Schweden. Aufgrund der kalten Temperaturen ist das Eis auf der Ostsee in den vergangenen Tagen weiter schnell gewachsen. Finnland hat inzwischen sämtliche Eisbrecher im Dienst. Auch in Schweden wird voraussichtlich bald der letzte, Forschungseisbrecher Oden, eingesetzt. Mit 140 000 Quadratkilometern liegt schon jetzt mehr Eis als im Vorjahr (Maximum 85 000 km²) und 2024 (Maximum 135 000 km²).

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Heute eröffnet der Wintermarkt von Jokkmokk

Jokkmokk (Schweden). Das Wetter ist, wie es sich gehört zum Wintermarkt von Jokkmokk: kalt. Zur offiziellen Eröffnung heute Abend soll die Temperatur auf -20°C fallen. Morgen öffnen die Marktstände, Veranstaltungen laufen schon die ganze Woche. Zumindest einen Blick auf das Spektakel werfen kann man auch von zu Hause aus mit warmen Füßen: SVT überträgt am Samstag ab 12 Uhr „Renrajden“, den Zug der Rentiere, über den Markt.

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Containerschiff-Strandung: Familie darf nach acht Monaten zurück

Trondheim (Norwegen). Erinnert sich noch jemand an das Frachtschiff, das bei Trondheim geradeaus auf Land gefahren war? Insbesondere für eine Anlieger-Familie hatte das große Folgen: Erst jetzt, acht Monate später, darf sie zurück in ihr Haus. Der Strand ist verschwunden, und das Ufer musste für 14 Millionen NOK gesichert werden. Darüber berichtete NRK.

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Wie Rovaniemi versucht, Airbnb zu beschränken

Rovaniemi (Finnland). Die Stadt Rovaniemi macht ernst in der Beschränkung der Airbnb- und anderen Kurzzeitvermietungen. Gegen zwei Wohnungsbesitzer wurde nun ein Bußgeld von 4500 Euro wegen illegaler Vermietung bekräftigt. Weitere Verfahren stehen an. Darüber berichtete Yle. Dabei ist die Vermietung über Airbnb weiterhin möglich, aber nicht für jeden überall.

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Neue Bilder in der Galerie: „Frühlingswinter“ in Nordschweden

Unterwegs auf dem Fluss. Foto Susanne Pardey

Noch herrscht tiefster Winter im hohen Norden, aber die Tage werden schon wieder länger. Bis zum „Frühlingswinter“ ist es gar nicht mehr so lange hin. Susanne Pardey war im vergangenen Jahr im „Frühlingswinter“ in Nordschweden unterwegs – unter anderem in Jukkasjärvi, Kiruna und Abisko. Ihre Bilder findet ihr nun in der neuen Galerie – schaut doch mal rein!

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Longyearbyen: Lebensmittelproblem gelöst, Wasserproblem bleibt

Longyearbyen/Spitzbergen (Norwegen). Mit neun Tagen Verspätung kam diese Woche das erste Versorgungsschiff des Jahres nach Longyearbyen auf Spitzbergen. Damit ist zumindest ein Problem auf dem abgelegenen Archipel vorerst halbwegs gelöst. Nicht gelöst ist weiterhin das Wasserproblem: Noch immer müssen die Ortsbewohner ihr Wasser in Kanistern im Supermarkt holen, weil das Leitungswasser zu viel Nickel und Mangan enthält. Darüber berichteten NRK und Svalbardposten.

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Ostsee: Die Bottenwiek und Kvarken sind jetzt zugefroren

Schweden/Finnland. Das kalte, aber ruhige Wetter im Norden hat das Eis auf der Ostsee wieder verstärkt wachsen lassen: Die Bottenwiek und Kvarken sind nun komplett zugefroren. Das zeigen die Eiskarten von SMHI und FMI. Acht Eisbrecher sind jetzt allein dort aktiv, auch im Finnischen Meerbusen und vor Estland sind nun welche eingesetzt. Im Schärengarten vor Luleå sind inzwischen sämtliche offiziellen Eisstraßen zu den Inseln befahrbar. 

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