Finnlands neue längste Brücke ist nicht für Autos

Helsinki (Finnland). Die Replotbrücke in Korsholm ist ihren Titel los: Gestern wurde in Helsinki eine neue Brücke eingeweiht, die mit rund 1200 Metern jetzt Finnlands längste Brücke ist. Das Besondere an Kruunuvuorensilta/ Kronbergsbron: Diese neue Landmarke der Hauptstadt ist allein für Fußgänger, Radfahrer und die Straßenbahn konzipiert. Während Fußgänger und Radfahrer schon gestern auf die Brücke durften, wird es mit der regulären Straßenbahnverkehr aber noch bis nächstes Jahr dauern. Darüber berichtete Yle.

Schrägseilbrücke

Kruunuvuorensilta / Kronbergsbron im vergangenen Sommer. Foto Jarno Haanpuro/ Stadt Helsinki

Die Pläne für die neue Brücke gehen auf einen Architektenwettbewerb im Jahr 2012 zurück. Der Siegerentwurf „Gemma Regalis“ stammte dabei von WSP Finland Ltd und Knight Architects Ltd. Umgesetzt wurde das Projekt unter dem  Titel „Kronenbrücken“ ( Kruunusillat/Kronbroarna) als ein Gesamtkonzept mit drei Brücken, über die die Straßenbahn von Helsinkis Zentrum aus zur Insel Lajasalo/ Degerö fährt und diesen Ortsteil damit neu und autofrei an das Zentrum anbindet. Zentrales Element dabei ist natürlich die rund 1200 Meter lange Schrägseilbrücke Kruunuvuorensilta/ Kronbergsbron, deren Pylon 135 Meter hoch ist. Die neue Verbindung entlastet die bisherigen Verkehrswege von Lajasalo/ Degerö ins Zentrum und verkürzt die Strecke deutlich für alle, die das Rad oder die Straßenbahn nutzen.

Einweihung mit gekrönten Bürgerhäuptern

Die ersten Bauarbeiten für das Brückentrio begannen 2021. Die beiden anderen Brücken sind bereits in Betrieb. Laut Yle kostete das Projetzt rund 130 Millionen Euro. Zur Einweihung waren die Bürger eingeladen „mit Kronen“ zu kommen – angelehnt an den Namen. Die Aussicht ist den Bildern zufolge spektakulär und dürfte zur Beliebtheit der Strecke beitragen.

Jetzt nur noch Nummer zwei: die Replotbrücke zum Kvarken-Archipel

Brücke

Replotbrücke

Bis gestern galt die 1045 Meter lange Replotbrücke in Korsholm nördlich von Vaasa als Finnlands längste. Die Hängebrücke wurde 1997 eingeweiht und verbindet das finnische Festland mit der größten Insel des Kvarken-Archipels, Replot/ Raippaluoto. Die Brücke ermöglichte einen einfacheren Zugang zum Welterbegebiet Kvarken. 

Es gibt Leute, die von einer ganz anderen Kvarken-Brücke träumen: über die Meerenge hinweg bis nach Schweden. Zurzeit gibt es jedoch keine Anzeichen, dass daraus jemals Realität wird.

Bald fertig: Feste Verbindung nach Hailuoto – aber nicht so lange Brücken

Fast fertig ist dagegen die feste Verbindung von Oulunsalo bei Oulu zur Insel Hailuoto. Diese ist rund acht Kilometer lang. Der größte Teil besteht jedoch aus festen Dämmen. Die beiden Brücken darin sind  „nur“ 767 Meter (Huikun silta) und 737 Meter (Riutun silta) lang. Die neue Brücke in Helsinki wird ihren Titel als längste Brücke des Landes auf absehbare Zeit behalten können.

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Finnland: Straße zur Insel Hailuoto jetzt im Bau

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„Die große Elchwanderung 2026“ ist gestartet

Schweden. Seit Mitternacht laufen die Kameras im Wald bei Kullberg am Ångermanälven – und mit etwas Glück kann man schon einen Elch sehen. Das Slow-TV-Programm „Den stora älgvandringen“ des schwedischen Fernsehens (SVT) begann wieder vorzeitig, nachdem auch der Frühling in Schweden schon etwas früher gekommen ist. Zu den Neuheiten dieses Jahr gehört die Kameraposition „Utkiken“. 

Elch und Schrift

Die große Elchwanderung hat begonnen. Titelfoto und Logo SVT

Viele Elche wandern auf immer demselben Pfad ins Fjäll, um dort den Sommer zu verbringen. Kullberg, ein Stück nördlich von Junsele, ist eine bekannte Stelle, wo sie gut den Fluss Ångermanälven überqueren können. Das Elchwanderungs-Team von SVT liegt bereits seit Tagen auf der Lauer, alle Kameras waren frühzeitig angebracht, um starten zu können, sobald die ersten Elche sich zeigen. Geplant war der Start für den 22. April, doch die Produzenten wagten es nicht, bis dahin zu warten. 

Bären, Birkhühner und ein Blick von oben

Wie bisher kann das Publikum die spezielle Flusspassage über rund 30 Kameras im Auge behalten. Neben der Flusspassage werden auch andere Plätze gezeigt, an denen verschiedene Tiere des Waldes auftauchen könnten. Dieses Jahr wieder dabei sind zum Beispiel die Kameras in Björnmyren (Bärenmoor) und Orrmyren (Birkhuhnmoor). Neu dabei ist eine Kameraperspektive von weiter oben (Utkiken). 

Musiker auf Elchwanderung

Erstmals wird diesmal auch ein Mensch zeitweise eine Nebenrolle spielen: Oliver Norquist von der schwedischen Band Bolaget wird vom 26. bis zum 29. April im Wald wandern und hofft, einen Elch zu sehen.

Wie viele Elche schwimmen über den Fluss? 

Die Hauptrolle werden aber weiterhin und die meiste Zeit die Elche spielen. Ein Höhepunkt jeder Sendung ist, wenn Elche tatsächlich über den Fluss schwimmen. Jede Flusspassage wird gezählt. Am meisten waren es bisher im Jahr 2024, wo 87 Elche über den Fluss schwammen.

So funktioniert es:

„Die große Elchwanderung“ ist ohne Geoblocking über SVT Play im Internet zu sehen. Jeder Tag ist dabei ein neuer Abschnitt. Der aktuelle Tag ist live, die früheren Tage sind als Aufzeichnung abzurufen.

  • Man kann dem Geschehen live aus dem Wald folgen und parallel dazu mithilfe der Duo-App chatten. Der Chat ist von 8-22 Uhr geöffnet. 
  • Normalerweise wird das Bild groß gezeigt, auf dem sich gerade das meiste tut, ausgewählt von der SVT-Redaktion in Umeå. Über die Option „Extrakameras“ kann jedoch auch das Publikum weitere Kameras zusätzlich verfolgen.
  • Wer sich später am Tag einloggt, kann mithilfe der von der Redaktion markierten Stellen einige Höhepunkte ansehen. Es gibt außerdem eine Zusammenfassung am Ende jedes Tages.

„Die große Elchwanderung“ wird 2026 zum achten Mal gezeigt. Projektleiter ist Johan Erhag, Produzent Stefan Edlund. Angekündigt ist eine Laufzeit bis zum 8. Mai.

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2026: Wärmster März in Finnland, Norwegen und Schweden

Finnland/Schweden/Norwegen. Schnee weg, schlechtes Eis und Terrainbrandgefahr: Die drei nordischen Länder erlebten alle einen frühen Frühling.  Außerdem haben sie den wärmsten je gemessenen März hinter sich. Das meldeten die jeweiligen meteorologischen Institute. Dabei erreichten selbst langjährige Messstationen neue Monatsdurchschnitt-Rekordwerte.

Finnland

Krokusse

Frühling

Den höchsten statistischen Unterschied landesweit im Vergleich zu früheren Jahren gab es in Finnland: Dort errechneten die Wissenschaftler des finnischen meteorologischen Instituts eine landesweite Durchschnittstemperatur von 1,1 °C. Zuletzt lag der Rekord bei 0,0°C, gemessen in 2007. 

Beispiele:

  • Helsinki Kaisaniemi, Messserie seit 1900.  März 2026: + 3 °C. Zuletzt: +2,8°C (2025). Referenzwert März (1991-2020): -0,7 °C
  • Sodankylä Tähtelä, Messserie seit 1908, März 2026  -0,7 °C.  Zuletzt: -2,3 °C (2015). Referenzwert März (1991-2020):  -7,1°C.

Norwegen

In Norwegen beträgt der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen landesweiten Rekord 0,6°C – so steht es im neuen Report der norwegischen Meteorologen. Speziell die mittleren und nördlichen Landesteile gelten als im Vergleich „extrem warm“. Der März 2012 lag 3,3°C über dem Referenzwert, der März 2026 3,9 °C. Wie NRK berichtet, ist die Natur in Nordnorwegen ihrer Zeit deutlich voraus. 

Beispiele:

  • Nordøyan fyr, Messserie seit 1890. März 2026: +5,6 °C. Zuletzt: +4,8 °C  (2022). Referenzwert März (1991-2020): +2,3 °C 
  • Kautokeino, Messserie seit 1889. März 2026: -2,4 °C. Zuletzt: -3,8 °C in den Jahren 2007 und 2015. Referenzwert März (1991-2020): – 9,2°C

Schweden

Auch in Schweden kamen die Meteorologen des SMHI zu dem Schluss, dass es sich beim März 2026 um den wärmsten je gemessenen Monat handele. Dies betreffe besonders den nördlichen Teil. 

Beispiele: 

  • Stockholm Observatoriekullen, Messserie seit 1756. März 2026: +5,5 °C. Zuletzt: +4,9 °C (2025). Referenzwert März (1991-2020): +1,6 °C
  • Piteå, Messserie seit 1860. März 2026: 1,6 °C. Zuletzt: 0,6 °C.  (2015). Referenzwert März (1991-2020): -3,5 °C

Früherer Artikel:

Früher Frühling im Norden

 

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Neue Regierung auf den Färöer – blockübergreifend

Färöer. Die neue Regierung der Färöer steht – und sie ist blockübergreifend. Neuer Premierminister ist wie erwartet der 29-jährige Beinir Johannesen von der konservativen Partei Fólkaflokkurin. Er ist der jüngste „Løgman“ in der Geschichte der Färöer. Regierungspartner sind die sozialliberale Sambandsflokkurin und die sozialdemokratische Javnaðarflokkurin. “ Die Blockpolitik ist Geschichte“, sagte Beinir Johannesen.

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