Hailuoto/Oulu. Die offizielle Eisstraße zur Insel Hailuoto vor Oulu ist nun eröffnet. Es ist das letzte Mal, dass man diese etwas abenteuerliche Überquerungsmethode nutzen kann: In diesem Jahr soll die feste Verbindung nach Hailuoto fertiggestellt werden. Darüber berichtete Yle.
Hailuoto ist die größte Insel in der Bottenwiek, es leben etwa 930 Personen dort fest. Normalerweise verkehrt die kostenlose Fähre Merisilta täglich mehrfach zwischen der Insel und Oulunsalo auf dem Festland. Bei stabiler Eislage wird außerdem eine Eisstraße eingerichtet, die insgesamt zehn Kilometer lang ist: acht Kilometer über Wasser und insgesamt zwei Kilometer Zufahrten. Mit der Einrichtung und der Überwachung der Eisdicke ist ein örtliches Unternehmen beauftragt. Eine offizielle Eisstraße muss eine Eisdicke von mindestens 40 Zentimetern aufweisen.
Der Bus fährt weiter Fähre
Die Fähre verkehrt auch weiterhin, aber nur eingeschränkt: Nur die Abfahrten, die den Bus transportieren, finden weiter regelmäßig statt, alle anderen nur nach Anmeldung. Die Inselbewohner können stattdessen die Eisstraße nutzen, mit der sie fast so flexibel sind wie mit der festen Verbindung, deren Bau sie seit 2024 verfolgen können. Die feste Verbindung besteht aus einem Damm und zwei Brücken mit verschiedenen Höhen, unter denen sowohl kleine Boote als auch größere Schiffe passieren können. Sie soll Ende des Jahres fertiggestellt sein.
Zuletzt gab es 2022 eine offizielle Eisstraße
Die Eisstraße ist nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zugelassen, man darf maximal 50 km/h fahren und sollte großen Abstand zum Fahrzeug davor halten. Zuletzt gab es 2022 eine offizielle Eisstraße, die allerdings nach einem tödlichen Unglück neben der Strecke schnell wieder geschlossen wurde. Im vergangenen Jahr richteten Privatpersonen eine inoffizielle Eisstraße ein, auf der man auf eigene Gefahr fuhr.
Eisstraßen auch in Schweden und Estland
Die Strecke nach Hailuoto ist nicht die einzige Eisstraße auf der Ostsee: Im geschützten Schärengarten vor Luleå sind beispielsweise mehrere Inseln im Winter mit dem Auto erreichbar, die längste Strecke ist 8,5 Kilometer lang. Aktuell sind alle sogar für Fahrzeuge bis 12 Tonnen zugelassen. Noch länger als die schwedischen und finnischen Eisstraßen ist die in Estland zwischen Saaremaa und Hiiumaa, die vor kurzem eröffnet wurde: 20 Kilometer. Dort sind bisher aber nur Fahrzeuge bis 2,5 Tonnen zugelassen. Wie der Guardian schreibt, entschieden sich die Behörden dazu, die Eisstraße einzurichten, nachdem Leute auf eigene Faust mit dem Auto aufs zugefrorene Meer hinausgefahren waren.
Das Eis lockt
Das Ostseeeis hat zuletzt viele hinausgelockt, nicht überall endete es gut:
- Spektakuläre Bilder brachten zwei Schlittschuhläufer aus dem finnischen Österbotten mit, die „so weit wie möglich Richtung Schweden“ fahren wollten und sieben Kilometer schafften, bevor sie von Eiswällen und offenen Rinnen gestoppt wurden und umdrehen mussten.
- Vor Helsinki waren mehrere Wingsurfer unterwegs gewesen, als das Eis in Schwingungen geriet und brach. Zwei mussten von einem Hubschrauber von der Eisscholle gerettet werden, da sie nicht mehr zurückkamen.
- In Hangö/Hankoo in Südfinnland wollten vier Leute auch mal mit dem Auto aufs Eis. Das Eis hielt allerdings nicht und das Auto versank. Die vier Personen konnten sich retten, aber der Hund ging mit dem Auto unter.
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