Morgen wird in Schweden gewählt – Umfragen sehen Patt

Schweden. Morgen wählt Schweden eine neue Regierung. Sah es vor ein paar Monaten noch nach einem ziemlich sicheren Machtwechsel aus, zeigen die Umfragen nun ein Patt. Denn die Oppositionsparteien wissen zwar, was sie nicht wollen, konnten sich aber nicht zu einer gemeinsamen Strategie zusammenfinden. 

Wahlkampf in Piteå

Noch vor wenigen Monaten lagen die sogenannten Tidöparteien – die regierenden Moderaten, Christdemokraten und Liberalen sowie die sie unterstützenden Schwedendemokraten – deutlich hinter der Opposition und einer potenziellen sozialdemokratischen Premierministerin Magdalena Andersson. Außerdem sah es aus, als würden die Liberalen unter der 4-Prozent-Hürde bleiben (Veränderungen siehe beispielsweise bei Novus).

Unbeliebte Kürzungen, aber weniger Schießereien

Mögliche Gründe für Kritik an der Regierung: Unbeliebte Kürzungen im Sozialsystem, Festhalten an Gewinn generierenden Privatschulen, finanziert aus Steuergeldern, Ausweisung von Leuten, die in Mangelberufen arbeiten und Schwedisch sprechen, gestiegene Emissionen. Dass es zurzeit weniger  spektakuläre Schießereien gibt, dürfte den Tidöparteien allerdings als Pluspunkt angerechnet werden, auch wenn die Ursachen dafür nicht allein darauf zurückzuführen sein dürften. 

Wahlgeschenke

In den Monaten vor der Wahl öffnete die vorher sehr sparsame Regierung das Füllhorn und lockte mit zeitweise gesenkten Mehrwertsteuern auf Lebensmittel, zeitweise gesenkten Steuern auf Benzin und Diesel, zeitweise bezuschusste Monatskarten für den ÖPNV. Alle Senkungen laufen in den Monaten nach der Wahl aus.

Schwedendemokraten sind jetzt etabliert

„Wir machen Schweden wieder zu Schweden“ – SD-Spitzenkandidat Jimmie Åkesson

Ein Pluspunkt der aktuellen Regierung in den Augen ihrer Wähler dürfte außerdem sein, dass die vier Parteien tatsächlich zusammenarbeiten wollen. Inzwischen haben auch die Liberalen ihren Widerstand gegen die nationalistischen Schwedendemokraten (SD) aufgegeben – mit demonstrativer Umarmung der beiden Spitzenkandidaten – und können sich vorstellen, dass diese in der nächst Runde auch formell an der Regierung beteiligt sind. Nach dem Umfragen könnten die Schwedendemokraten sogar größer werden als die Moderaten.

Oppositionsparteien mit roten Linien

Auf der Oppositionsseite sieht es nämlich anders aus: Zwar sind die Sozialdemoktaren nach den Umfragen immer noch mit Abstand stärkste Partei mit um die 30 Prozent, doch die potenziellen Partner liegen ideologisch weit voneinander und ziehen rote Linien, die realistische Optionen schwierig machen: Die Zentrumspartei will zwar nichts mit den Schwedendemokraten zu tun haben, aber auch nicht mit der Linken. Die Linken-Chefin hat genug davon, Mehrheitsbeschaffer ohne politische Gegenleistung zu sein, und fordert eine Beteiligung an der Regierung. Beide versuchen, mit markigen Worten ihre Wählergruppen zu halten. Die grüne Umweltpartei gilt als kompatibel, ihr Kernthema Umweltschutz ist allerdings gerade wenig gefragt. 

Zwickmühle für Magdalena Andersson

„Bürgerlich eingestellt, aber schlaflos aufgrund der Einschnitte in die Sozialleistungen? “ – Werbung der Sozialdemokraten

Magdalena Andersson scheint von einer „Mitte“-Option zu träumen, um dieser Zwickmühle zu entgehen, insbesondere der Notwendigkeit, Zugeständnisse an die Linken machen zu müssen. In Sachen Kriminalität und Migrationspolitik orientieren sich die schwedischen Sozialdemokraten eher an den Moderaten bzw. versuchen, die dänischen Kollegen zu kopieren. Eine Mitte- Konstellation wäre etwas Neues im von Blockbildung geprägten Schweden.

Was die Wähler wollen und was mit diesem Ergebnis möglich ist, wird sich morgen Abend oder vielleicht erst Montag früh zeigen. Von den gut acht Millionen Wahlberechtigten haben drei Millionen ihre Stimme schon abgegeben.

Das ist die aktuelle Regierungskonstellation:

Schweden bekommt SD-Regierung ohne SD

 

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Höchster Berg der Färöer jetzt gebührenpflichtig

Färöer. Der Berg Slættaratindur ist mit 880 Metern der höchste auf den Färöern – und er ist der nächste auf der Liste mit Gebührenpflicht. 200 DKK, rund 27 Euro werden dort für jeden über 15 Jahre fällig. Darüber berichtete KVF. Die Grundeigentümer begründen dies mit den Schäden durch die Nutzung und versprechen im Gegenzug Verbesserungen an der Infrastruktur. Seit Februar wird auf den Färöern außerdem eine Übernachtungsgebühr von 20 DKK pro Person erhoben , die ein ähnliches Ziel hat. 

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PISA-Schock im ganzen Norden

Die Schlagzeilen nach der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse lauteten in vielen Ländern erstaunlich gleich: Die Ergebnisse der 15-Jährigen von 2025 sind schlechter als die der 15-Jährigen von 2022, vor allem im Bereich Lesekompetenz. Das legt nahe, dass die Ursachen dafür Teil eines größeren Trends sind. In einigen Ländern sind die Abstürze aber stärker als in anderen. Besonders auffällig ist die Situation auf Island, das in den Bildungsergebnissen den nordischen Kollegen deutlich hinterherhinkt. 

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Spitzbergen: Passagiere der „Professor Moltschanow“ ausgeflogen

Barentsburg/Spitzbergen (Norwegen). Die Passagiere des auf Antrag von Naftogaz beschlagnahmten russischen Schiffes „Professor Moltschanow“ sind zurück in Russland. Ihre Rückkehr wurde vom Sysselmester in Kooperation mit anderen Behörden organisiert. Das Schiff muss am Kai in Barentsburg bleiben, bis die Gerichte über das weitere Vorgehen entschieden haben: Freigabe – was Russland will – oder Zwangsverkauf – was Naftogaz will. Darüber berichtete Svalbardposten. 

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Finnlands bisher größter Münzhort aus der Wikingerzeit entdeckt

Sysmä (Finnland). Meistens, so sagt Kalle Lappinen, finde er nur Schrott, wenn er mit seinem Metalldetektor unterwegs sei. Anders am 3. September: Da begann er nach einem starken Signal zu graben und stieß auf zwei Behälter mit Silbermünzen und Schmuck, insgesamt 4,5 Kilogramm. Laut dem Sachverständigen des Museums in Lahti handelt es sich bei dem Fund in Sysmä in Südfinnland um einen Münzhort aus der späten Eisenzeit,  – dem größten bisher bekannten in Finnland. Zur späten Eisenzeit gehören auch die Wikinger. Darüber berichtete Yle.

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Spiralenkampagne: Entschädigungszahlungen haben begonnen

Grönland/Dänemark. Vor einem Jahr entschuldigte sich Premierministerin Mette Frederiksen im Namen Dänemarks bei den Opfern der Spiralenkampagne in Grönland. Nun haben die ersten auch eine finanzielle Entschädigung erhalten: Jede Betroffene bekommt 300 000 DKK, umgerechnet etwa 40 000 Euro vom Dänischen Staat. Gut 350 Frauen haben diese bereits beantragt. Darüber berichteten KNR und Sermitsiaq.

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Start erfolgreich – Andøya gewinn europäischen Weltraum-Wettlauf

Andøya (Norwegen). Die erste Orbitalrakete aus Europa ist gestartet – aus Nordnorwegen. Beim jüngsten Versuch von Isar Aerospace gestern Abend auf dem Raketenstartplatz von Andøya Space ging alles glatt. „Spectrum“ hob um 22.12 Uhr ab erreichte tatsächlich den Weltraum. Der Start wurde live auf Youtube übertragen. Wie das Unternehmen inzwischen mitteilte, wurden auch die mitgeführten Satelliten erfolgreich platziert.

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Neuer Startversuch auf Andøya heute Abend

Sperrgebiet bis 24 Uhr. Quelle Politi Nordland

Andøya (Norwegen). Das deutsche Raketen-Start-up Isar Aerospace aus München plant für heute Abend den nächsten Startversuch für seine Spectrum-Rakete ab Andøya Spaceport in Nordnorwegen. Man kann den Start über einen Livestream ab 21 Uhr verfolgen. Mehrfach waren Starts zuletzt abgebrochen worden, aus einer Vielzahl von Gründen – Wetter, Boot in der Sicherheitszone, im letzten Moment entdeckte technische Probleme. Aus Sicherheitsgründen ist das Gelände um den Raketenstartplatz inklusive mehrerer Straßen auf Andøya bis 24 Uhr weiträumig gesperrt. Auch auf dem Wasser gilt eine Sperrzone (Polizeimeldung hier).

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Strafen verhängt für Eisbärenstörung und Drohnenflug

Spitzbergen (Norwegen). Wer Tiere auf Spitzbergen stört oder gegen andere Richtlinien zum Verhalten in der Natur verstößt, muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen. So musste jüngst jemand 50 000 NOK zahlen, wer er mit dem Schiffshorn einen schlafenden Eisbären geweckt hatte. 12 000 NOK wurde für nicht genehmigtes Filmen mit einer Drohne fällig. Das meldete das Büro des Sysselmesters sowie Svalbardposten.

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Neue Zeiten auf der Bahnstrecke Berlin-Stockholm

Schweden. Die Ära des täglichen Nachtzugs zwischen Deutschland und Schweden ist zu Ende. SJ hat die Verbindung mit dem Ende des Augusts eingestellt. Wer trotzdem mit dem Zug nach Schweden reisen will, hat nun die Wahl zwischen den privaten Anbietern RDC – in vieler Hinsicht Erbe des SJ-Euronight – und Snälltåget. Das heißt: An manchen Tagen fahren zwei Nachtzüge, an anderen gar keiner. Ein Überblick.

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