Finnland/Schweden. Die Beeren im Wald werden reif – und wie jedes Jahr wird über die thailändischen Saisonarbeiter diskutiert, die sie für große Unternehmen pflücken. Finnland ist dieses Jahr sehr restriktiv. Schweden hat dieses Jahr rund 950 Pflückern eine Genehmigung erteilt. Darüber berichteten Yle und SVT.
Die Zeiten, in denen Tausende vor allem thailändische Saisonarbeiter mit dem Beerenpflücker durch die nordischen Wälder streiften und die Unternehmen extrem günstig belieferten, dürften vorbei sein. Mehrere Akteure wurden in den vergangenen Jahren wegen Ausbeutung oder sogar Menschenhandel verurteilt. Dabei ging es um unzulässige Arbeitsverhältnisse und Bezahlungsmodelle, schlechte Unterkünfte und Verpflegung. Sowohl in Finnland als auch in Schweden wurden zudem Gesetze geändert und die Arbeitsgenehmigungen werden restriktiver vergeben. Ablehnungen werden oft damit begründet, dass zu befürchten sei, der Arbeitgeber werde seinen Pflichten nicht nachkommen.
Schweden: 2025 nur 89 Genehmigungen, dieses Jahr 950
2025 hatte Schweden deshalb nur 89 ausländische Beerenpflücker für die Sommermonate einreisen lassen. Dieses Jahr wurden rund 950 Genehmigungen und 600 Absagen erteilt. „Dieses Jahr haben mehr Arbeitgeber nachgewiesen, dass sie gute Arbeitsbedingungen bieten können, da sehen wir keinen Grund, diese Anträge abzuweisen“ zitiert SVT einer Vertreterin der schwedischen Einwanderungsbehörde. Zu den Veränderungen gehöre, dass die Pflücker nun direkt bei den schwedischen Unternehmen angestellt werden und nicht mehr bei thailändischen Vermittlungsagenturen.
Weniger Pflücker, höherer Preis
In Finnland sind zwar noch nicht alle Anträge bearbeitet, aber bisher gab es vor allem Absagen: Von rund 1600 Anträgen seien 1400 abgewiesen worden, berichtet Yle. Das Ministerium weist in seiner Pressemitteilung auf Vorbehalte bezüglich der interessierten Arbeitgeber hin – man befürchtet, diese würden ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Finanzministerin Riikka Purra von den Basisfinnen unterstützt dies auch aus einem anderen Grund: Sie findet, dass die finnische Beerenindustrie nicht von ausländischer Arbeitskraft abhängen sollte, und verweist auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Finnland.
Voraussichtlich höhere Beerenpreise
Finnische Beerenunternehmer hoffen nun, dass mehr Leute in den Wald gehen und ihnen Beeren verkaufen. Sie fürchten aber, dass der Preis insgesamt steigen wird, wenn weniger gepflückt wird.
Einheimische Beerenpflücker in Finnland oder Schweden verkaufen ihre Produkte oft direkt an die Kunden, beispielsweise auf Märkten oder über lokale Facebookgruppen, und erhalten so einen besseren Preis.
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