Tanafluss bleibt auch 2026 für den Lachsfang gesperrt

Norwegen/Finnland. Trotz positiver Signale im vergangenen Jahr bleibt der Tanafluss auch in diesem Jahr für den Lachsfang gesperrt. Das meldete Yle. Der Bestand im einst wichtigsten Lachsfluss Europas ist kollabiert und erholt sich nur langsam. Forscher nennen mehrere Ursachen: Zum einen sind junge Lachse eine Leibspeise der Hechte. Zum anderen kommen von denen, die es bis ins Meer schaffen, zu wenige zurück. 

Mit einem Fischzaun im Tanafluss wurde vergangenen Sommer versucht, die Konkurrenz durch den Buckellachs zu stoppen. Foto Joacim Henriksen

Tanaelva, finnisch Tenojoki, ist über weite Strecken der Grenzfluss zwischen Norwegen und Finnland, und die beiden Länder stimmen sich über die Handlungsweise ab. Seit 2021 darf kein Lachs mehr in dem Flussystem gefangen werden. Für die Lokalbevölkerung hat dies doppelte Folgen. Zum einen können sie sich selbst keine Lachse mehr aus dem Fluss holen. Zum anderen fehlt denen, die auf Angeltourismus gesetzt  haben, das wichtigste Lockmittel und damit Einkommen. 

Trendwende 2025 

2024 gilt als absoluter Tiefpunkt der Entwicklung. Im vergangenen Jahr gab es erstmals eine positive Tendenz: 15 800 atlantische Lachse waren in den Fluss zurückgekehrt und passierten die Messstelle Polmak 55 Kilometer im Landesinneren – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Doch hauptsächlich handelte es sich dabei um junge Fische, die erst ein Jahr im Ozean gelebt hatten. Laut dem finnischen Biologen Panu Orell bräuchte man aber 30 000 – 40 000, damit der Bestand sich erholt.

Smolt in Hechtmägen

Ein Hindernis auf dem Weg der Erholung, so haben die norwegischen Forscher Martin Svenning  und Reidar Borgström ermittelt, ist der Hecht: Bei einer Untersuchung von mehr als 2000 Hechtmägen zeigte sich, dass 23 Prozent derer mit noch indentifizierbarem Inhalt Junglachse (Smolt) gefressen hatten. Besonders hoch war der Anteil in jenen Wochen, in denen der Smolt normalerweise der Fluss hinab Richtung Meer zieht. 

Nicht die ganz großen Hechte fangen

Angesichts der geringen Zahl an Lachsen hat die Futterwahl der Hechte deutliche Auswirkungen, meinen Svenning  und Borgström in ihrer Untersuchung. Sie raten aber davon ab, jetzt die „falschen“ Hechte zu dezimieren. Große, alte Hechte seien kannibalistisch und hielten den eigenen Bestand unter Kontrolle. Angler sollten sich stattdessen an Exemplare von 45-80 Zentimetern Größe halten.

Schwierige Bedingungen für die jungen Lachse im Meer

Diejenigen, die es an den Hechtmäulern vorbei ins Meer schaffen, sind keineswegs gerettet: Im Meer warten neue Probleme auf sie wie Krankheiten und Parasiten.  Außerdem bräuchten sie sofort das richtige Futter, und ausreichend viel davon, so Panu Orell. 

Buckellachs war 2025 nicht so zahlreich wie erwartet

Immerhin: Im Jahr 2025 war eine riesige Invasion des eingewanderten Buckellachses im Tanafluss erwartet worden, die nicht so schlimm ausfiel wie erwartet. „Nur“ 70 000 passierte die Messstelle Polmak, zwei Jahre zuvor waren es mehr als 100 000. Auch in anderen norwegischen Flüssen kamen nicht so viele an. Der Buckellachs wird in Norwegen als unerwünscht aus dem Wasser geholt, auch im Tanafluss wurde ein riesiger Fischzaun quer über den Fluss aufgebaut. 2026 werden dadurch wenig Probleme erwartet: Das nächste Buckellachs-Jahr ist erst 2027. 

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