Grönland: 76 Prozent sehen keinen Vorteil, Teil der USA zu sein

Grönland. Drei Viertel der grönländischen Bevölkerung sehen keine Vorteile darin, zu den USA zu gehören. Das ergab eine aktuelle Umfrage mit dem Fragebogen des Wahlanalytikers Sune Steffen Hansen für die Copenhagen Post, durchgeführt von Opinion Danmark A/S. Daraus berichtete auch Sermitsiaq. 

Daten laut Copenhagen Post, Analyse Sune Steffen Hansen, durchgeführt von Opinion Danmark A/S.

Die zentrale Frage in der aktuellen Situation war: Glaubst du, dass es alles in allem für Grönland von Vorteil wäre, wenn Grönland Teil der USA würde? Darauf antworteten 76 Prozent mit „Nein“, 8 Prozent mit „Ja“ und 17 Prozent mit „Weiß nicht“. Insgesamt 610 Personen über 18 Jahre waren dazu zwischen dem 16. und dem 28. Januar befragt worden, eine Hälfte online, eine telefonisch. Die Interviewer sollen dabei laut Copenhagen Post in der Lage gewesen sein, sowohl dänisch als auch grönländisch fließend zu sprechen. 

Besorgt über möglichen US-Militäreinsatz

Außerdem wurde danach gefragt, wie sehr man darüber besorgt sei, dass die USA Militär dazu benutzen könnten, Kontrolle über das Land zu gewinnen. US-Präsident Donald Trump hatte dies bekanntlich lange nicht ausgeschlossen, zuletzt in Davos allerdings doch. Laut der Umfrage machten sich 24 Prozent große Sorgen, 30 Prozent machten sich Sorgen, 25 Prozent waren nicht sehr besorgt, 15 gar nicht besorgt und 6 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“. Besonders Frauen und ältere Menschen machten sich große Sorgen. Ein Drittel der Frauen gab an, sie machten sich große Sorgen, aber nur 16 Prozent der Männer.  Doch selbst unter denen, die sich keine Sorgen machten, seien sehr wenige, die glaubten, es sei vorteilhaft für Grönland, Teil der USA zu sein, so Wahlanalytiker Sune Steffen Hansen.

Lieber EU als USA

Eine andere Frage war die danach, mit welcher Seite man eher die Verbindungen intensivieren sollte, USA oder EU? Hier antworteten 65 Prozent „EU“ und nur 5 Prozent „USA“. Analytiker Hansen findet es äußerst überraschend, dass nur  5 Prozent engere Beziehungen zu den USA haben wollen. Damit bestärkt die Mehrheit Regierungschef Jens-Frederik Nielsen, der sich in der aktuelle Situation für Dänemark, NATO und die EU ausgesprochen hatte.

Sermitsiaq erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass sich 2024 bei einer Umfrage des grönländischen Instituts für Außen- und Sicherheitspolitik (Nasiffik)  60 Prozent sogar für einen EU-Beitritt ausgesprochen hätten, wenn es ein Referendum gäbe. Bei einer Umfrage desselben Instituts drei Jahre zuvor waren es nur 40 Prozent gewesen.

Dass man in Grönland zurzeit nicht gut auf die USA zu sprechen ist, merkte auch der deutsche Kabarettist Maxi Schaffrath schnell: Aufruhr um Extra-3-Scherz: US-Flagge in Nuuk kommt schlecht an

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Heute eröffnet der Wintermarkt von Jokkmokk

Jokkmokk (Schweden). Das Wetter ist, wie es sich gehört zum Wintermarkt von Jokkmokk: kalt. Zur offiziellen Eröffnung heute Abend soll die Temperatur auf -20°C fallen. Morgen öffnen die Marktstände, Veranstaltungen laufen schon die ganze Woche. Zumindest einen Blick auf das Spektakel werfen kann man auch von zu Hause aus mit warmen Füßen: SVT überträgt am Samstag ab 12 Uhr „Renrajden“, den Zug der Rentiere, über den Markt.

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