Norwegen. Winter- und Osterurlauber in der Hardangervidda werden dort zumindest dieses Jahr nicht mehr so viele Routen- und Hüttenoptionen vorfinden, wie sie gewöhnt sind. Denn der norwegische Touristenverband DNT kann vier Hütten nicht öffnen und 19 Routen nicht markieren, weil die Grundeigentümer das diesen Winter nicht mehr gestatten. Dahinter steckt der Konflikt um den Erhalt der wilden Rentiere in dem Gebiet. Darüber berichtete NRK.
90 Prozent der verbliebenen Unterart der wilden Berg-Rentiere (Rangifer tarandus tarandus) leben in Norwegen, und die Hardangervidda ist der größte zusammenhängende Lebensraum für diese Tiere. Die Hardangervidda ist aber auch beliebt für Wanderungen im Sommer und Skitouren im Winter. Dank der Infrastruktur, die der DNT bietet, mit Hütten und markierten Wegen, ist dies vergleichsweise komfortabel und sicher.
Genau das ist aber das Problem, meint der Ausschuss für wilde Rentiere der Hardangervidda, ein örtliches Gremium, in dem Grundeigentümer und staatliche Vertreter gemeinsam tagen: Gäbe es die Infrastruktur des DNT nicht, wären auch weniger Touristen dort unterwegs. Und die wilden Rentiere würden weniger gestört.
Rentierbestand auf der Hardangervidda: Die Ampel ist rot
In Norwegen werden die Teilbestände der wilden Rentiere mit einem Ampelsystem kategorisiert. Die Hardangervidda wird in Bezug auf die Futtersituation mit gelb, in Bezug auf die Bestandszahlen und die Beeinträchtigung durch Menschen mit rot eingestuft. Der Rentier-Ausschuss Hardangervidda mochte deshalb nicht länger auf angekündigte Maßnahmen der Regierung warten, und griff zur Selbsthilfe: Mehrere Grundeigentümer gestatteten DNT nicht mehr die Markierung der Wege zu den Hütten.
DNT-Generalsekretärin Inger Lise Blyverket sagte dazu, man habe versucht, Kompromisse zu finden, während man auf die Beschlüsse der Regierung warte, dies sei aber nicht gelungen.
DNT hatte bereits im Herbst angekündigt, insgesamt fünf Hütten zu schließen, andere kürzer zu öffnen und auf 125 Kilometer Weg komplett zu verzichten, Teile davon auch auf der Hardangervidda. Das reichte dem Rentierausschuss der Hardangervidda aber nicht aus.
Diese Hütten bleiben im Winter/Ostern auf der Hardangervidda geschlossen:
Schon früher beschlossen war, dass Hadlaskard turisthytte über Winter nicht genutzt werden soll. Komplett geschlossen wurde Torehytten.
Die lange Liste der im Winter nicht nutzbaren Wegeverbindungen ist bei DNT einzusehen. Die Informationen im Kartendienst ut.no sollen entsprechend aktualisiert werden.
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DNT schließt fünf Hütten, damit die wilden Rentiere Ruhe haben



