Nuuk (Grönland). Kanada hat gestern sein neues Konsulat in Nuuk offiziell eingeweiht. Dazu reisten die kanadische Außenministerin Anita Anand und Generalgouverneurin Mary Simon an, aber auch eine große Delegation Inuit aus der kanadischen Region Nunavik. Darüber berichteten Sermitsiaq, KNR und CBC. Auch der neue französische Generalkonsul für Nuuk ist eingetroffen – ihm fehlt aber noch ein Büro.

Stärkung der kanadisch-grönländischen Verbindung (v.l.): Kanadas Außenministerin Anita Anand, Grönlands Regierungsvhef Jens-Frederik Nielsen, Kanadas Generalgouverneurin Mary Simon und Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeldt. Foto Naalakkersuisut
Dass Kanada ein eigenes Konsulat in Nuuk eröffnen wollte, war schon im Dezember 2024 beschlossen worden. Das Konsulat befindet sich im selben Gebäude wie das isländische. Es hat auch schon längst seine Arbeit aufgenommen – der ursprünglich geplante Einweihungstermin musste jedoch verschoben werden, weil das Wetter damals zu schlecht war, um in Nuuk zu landen. Anand hisste die Flagge vor dem Gebäude und erklärte, Kanada stehe auf der Seite der Menschen in Grönland und Dänemark, „in Fragen der Verteidigung und Sicherheit, der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit und der bilateralen Beziehungen, in Fragen des Klimawandels und auch der Zusammenarbeit in der Arktis.“ Kanada und Dänemark/Grönland sind nicht nur NATO-Partner, sondern auch Mitglieder des Arktischen Rates, wo Dänemark/Grönland aktuell den Vorsitz hat.
60-köpfige Inuit-Delegation aus Nunavik
Neben den offiziellem Vertretern des kanadischen Staates war auch eine 60-köpfige Inuit-Delegation aus Nunavik mit einem eigens gecharterten Flugzeug aus Montreal gekommen, um angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump Solidarität mit der grönländischen Bevölkerung zu zeigen.
Kanada und Grönland teilen die längste Seegrenze der Welt
Einen weiteren Gast aus Kanada konnte man im Hafen von Nuuk sehen: Die „Jean Goodwill“, ein eisbrechendes Küstenwachschiff, das zu diesem Anlass den ganzen Weg über die Labradorsee zurückgelegt hatte. Kanada und Grönland teilen eine 2139 Seemeilen lange Seegrenze, die weltweit längste überhaupt zwischen zwei Ländern. Außerdem teilen sie eine 1,23 Kilometer lange Landgrenze auf Tartupaluk, auch bekannt als Hans-Insel. Um diese Insel hatte es eine Jahrzehnte dauernden, wenn auch nicht allzu ernst geführten Grenzstreit gegeben, der 2022 beigelegt wurde, indem man die unbewohnte Insel teilte.
Auch Frankreich bekommt ein Konsulat in Nuuk
Auch Frankreich hat nun einen Konsul in Grönland, wie der französische Präsident Emmanuel Macron bei seinem Besuch dort vergangenes Jahr versprochen hatte. Das Konsulat hat jedoch noch keine feste Adresse – eine geeignete Räumlichkeit wird noch gesucht. Sowohl die USA als auch die EU sind in Nuuk bereits offiziell vertreten.
Früherer Artikel zum Thema:
Dänisch-kanadischer Grenzstreit gelöst: Hans-Insel wird geteilt

