Island. Das isländische Meeresforschungsinstitut hat seine Quote für den Walfang 2026 gesenkt: Maximal 150 Finnwale sollen gejagt werden dürfen. Tatsächlich hat Hvalur hf immer noch eine gültige Lizenz, auch wenn zurzeit unklar ist, ob sie in diesem Jahr genutzt werden soll. Die aktuelle Ministerin möchte den Walfang auch verbieten. Bis zu diesem Sommer wird das neue Gesetz allerdings nicht fertig. Darüber berichtete unter anderem RÚV.
Dass Islands letzte Walfangreederei, Kristján Loftssons Hvalur hf, überhaupt noch eine Lizenz besitzt, geht auf den früheren Premierminister Bjarni Benediktsson von der Unabhängigkeitspartei zurück: Ende 2024, als seine Regierung nur noch übergangsweise im Amt war, vergab er die Fünf-Jahres-Lizenz, die die ausgeschiedene Fachministerin nicht hatte ausstellen wollen. 2025 verzichtete Kristján Loftsson allerdings darauf, sie zu nutzen, da er das Walfleisch nicht zu einem angemessenen Preis verkauft bekommen hätte. Isländisches Walfleisch wurde meist nach Japan verkauft, die Preise dort waren aber gefallen.
Gespaltene Meinungen zu Walfang auf Island
Die Meinungen in Bezug auf Walfang sind auf Island gespalten. Bei einer Umfrage 2024 gab es mehr Leute, die Walfang ablehnten (48,9%), als solche, die ihn befürworteten (34,5%). Frühere Ministerinnen hatten mit Hinweis auf den Tierschutz schärfere Auflagen eingeführt und zeitweise Moratorien verhängt – ein Verbot schien aber bisher politisch nicht durchsetzbar.
Ministerin will Verbot – Sofortstopp sei aber nicht möglich
Die aktuell zuständige Ministerin Hanna Katrín Friðriksson hat bereits geäußert, dass sie ein Verbot des Walfangs wünscht. Der Gesetzesentwurf benötige allerdings eine starke juristische Begründung. Zum nächsten Winter soll er vorliegen. Bis zu einer Änderung könne man die Reederei aber nicht daran hindern, ihre Lizenz zu nutzen, sofern er sich an die Auflagen halte.
Organisation fordert Stopp
Genau das fordert allerdings die Organisation Hvalavinir von der Ministerin, wie mbl.is und Iceland Review berichten. Sie führt rechtliche, ökologische und ethische Gründe gegen den Walfang an.
Quote für Finnwale gesenkt
Das Meeresforschungsinstitut (Hafrannsóknastofnun) hat aufgrund unsicherer Bestandszahlen die Quote für Finnwale vorsichtshalber um 28% auf 150 Tiere abgesenkt. Davon dürfen 116 Wale im Bereich Westisland/Grönland und 34 im Bereich Ostisland/Färöer erlegt werden. Die gesenkte Quote gilt für ein Jahr.
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