Kein Zurück mehr: Der Schiffstunnel von Stad kommt

Norwegen. Totgesagte leben länger, heißt es. Ein Beispiel dafür ist der geplante Schiffstunnel von Stad in West-Norwegen. Mehrfach wurde das Projekt wegen der hohen Kosten gestoppt. Allein seit der jüngsten Wahl versuchte Premierminister Jonas Gahr Støre zwei Mal, das Projekt aus finanziellen Gründen zurück in die Schublade zu verbannen. Doch der Schiffstunnel hat auch viele Befürworter. Mit dem gestrigen Beschluss im Storting steht fest: Die Bauaufträge werden vergeben – zum Preis von 8,6 Milliarden NOK, umgerechnet 770 Millionen Euro.

Visualisierung des Schiffstunnels , Ausgang Moldefjord. Quelle
Kystverket/ Multiconsult /LINK Arkitektur

Der Seeweg um die Halbinsel Stadlandet ist wegen seiner Stürme und des hohen Seegangs berüchtigt. Und ausgerechnet dort können Schiffe nicht hinter einer Kette von Inseln Schutz suchen, wie sonst entlang der norwegischen Küste. Es gab in der Vergangenheit zahlreiche schwere Schiffsunglücke. Selbst Hurtigruten- und Havila-Fahrgäste bekommen den Seegang manchmal zu spüren. Schon vor 150 Jahren gab es erste Ideen für einen Tunnel für Schiffe durch die bergige Halbinsel. In den 2010er Jahren wurden die Planungen konkreter, und 2021 gab der Storting grünes Licht für das Projekt. Es wäre der weltweit erste Schiffstunnel.

Selbst Hurtigruten und Havila sollen durchpassen

Der Schiffstunnel soll Moldefjord und Vanylvsfjord verbinden und die Halbinsel dort queren, wo sie am schmalsten ist. Er soll 1,7 Kilometer lang sein – mit Ein und Ausfahrten 2,2 Kilometer – 50 Meter hoch und 36 Meter breit. Diese Größe wurde gewählt, damit auch größere Trawler und die Schiffe von Hurtigruten und Havila durchpassen. Größte Nutznießer und Befürworter sind jedoch die lokalen Fischer und andere, die auf den Seeweg angewiesen sind. Bereits 2024 wurde der Tunnelbau ausgeschrieben. Es zeigte sich allerdings, dass die Angebote weit höher waren als die veranschlagte und vom Storting genehmigte Summe. 

Mehrfach begraben und wiederauferstanden

Es gab zahlreiche Versuche, das Projekt aus Kostengründen zu stoppen, auch in jüngster Vergangenheit. Jonas Gahr Støre wollte das Projekt schon zu Beginn seiner zweiten Amtszeit begraben. Doch Støre führt eine Minderheitsregierung. Senterpartiet unterstützt ihn zwar grundsätzlich, steht in dieser Frage aber auf Seiten der Opposition – und der Tunnel blieb weiter im Programm. Auch der Versuch, den Schiffstunnel mit dem Nachtragshaushalt zu kippen, scheiterte. 

Hohe Kosten für wenig Nutzen?

Über den gesellschaftlichen und ökonomischen Nutzen dieses Projekts gab und gibt es unterschiedliche Meinungen. Nach einer Analyse des Verkehrsökonomischen Instituts der Universität Oslo 2025 gäbe es für jede investierte Krone Baukosten nur 5 Øre zurück. Das Institut rechnete damals aber nur mit 7 Milliarden NOK. Seeleute argumentieren allerdings mit ihrer Sicherheit, und andere glauben, dass der Schiffstunnel eine neue Touristenattraktion wird. Mit dem gestrigen Beschluss gab der Storting grünes Licht für die Auftragsvergabe. Damit gibt es nun kein Zurück mehr. Anfang 2027 könnte laut Kystverket mit dem Bau begonnen werden.

Früherer Artikel zum Thema:

Schiffstunnel: Er kommt, er kommt nicht, er kommt vielleicht …

Blick zurück auf die Geschichte des Tunnels. Video von Kystverket:

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Glad Midsommar! Hauskaa Juhannusta!

Sommer am Luleälven

 

„Ich stelle ein Schüssel Sonnenschein für mich hin“

(aus: „Midsommar blues“ von Nike Markelius, übersetzt)

 

  • In Schweden ist heute Midsommarafton, in Finnland Juhannusaatto – am Abend wird privat gefeiert. Morgen ist in beiden Ländern ein offizieller Feiertag.
  • Die astronomische Sommersonnwende findet in diesem Jahr am 21. Juni um 10.24 Uhr (mitteleuropäische Sommerzeit) statt. 
  • Am 23. Juni ist in Norwegen Sankthansafton, was gerne mit einem Feuer gefeiert wird. Norwegens größtes Sankthans-Feuer, Slinningsbålet in Ålesund, wird jedoch immer an einem Samstag abgebrannt, dieses Jahr bereits am 20. Juni um 21 Uhr. 

Siehe auch: Mitternachtssonne und Polarnacht

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Breiðafjörður-Fähre als Ersatz zu den Westmännerinseln

Island. Die Haupt-Reisesaison auf Island hat begonnen – und es gibt Probleme mit den Fährverkehr zu den Westmännerinseln. Bis voraussichtlich Mitte Juli gibt es deshalb eine Fähr-Rochade, wie die Verkehrsbehörde mitteilte: Neben der Stammfähre Herjólfur fährt auch Baldur zu den Westmannerinseln. Dessen Aufgabe im Breiðafjörður übernimmt so lange die kleinere Særún, die aber nur nach Flatey fährt und keine Autos transportiert. 

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Bergkunst lieber nachgemalt oder natur?

Norwegen/Schweden. Sollten Felsritzungen nachgemalt sein, damit man sie besser sieht, oder sollte nur das ungemalte Original präsentiert werden? Heutzutage malt man Felsritzungen nicht mehr an – in Norwegen wird die Farbe sogar aktiv entfernt. Darüber berichtete NRK.

Felsen, Bilder mit roter Farbe

Felsritzungen in Alta, mit Farbe nachgemalt

Aus wissenschaftlicher Sicht besteht heute Konsens darüber, dass die Felsritzungen in Norwegen und Schweden von ihren Urhebern nicht nachgemalt wurden. Die ungemalten, und damit schwer sichtbaren Ritzungen sind zweifellos das authentischere Erlebnis. Die Farbe kann den Originalen sogar schaden, wie man inzwischen weiß, “ da bei abblätternder Farbe kleine Mineralkörner von der Felsoberfläche mitgerissen werden können“, wie das Bergkunst-Welterbemuseum in Alta schreibt. Es zeigte sich auch, dass nicht alle der früheren Malungen korrekt waren. 

Nachmalen der Felsritzungen in Skandinavien lange üblich 

Allerdings war es in Skandinavien über Jahrzehnte üblich, Felsritzungen nachzumalen, um sie besser sichtbar zu machen – zumindest einen Teil dessen, was man vorzeigen kann. Wie NRK berichtet, hält beispielsweise das Welterbemuseum im schwedischen Tanum daran fest, auf den meistbesuchten Teilen der Anlage die Bemalung weiterhin zu erneuern,  um die Motive einfach zugänglich zu machen. Laut der Tanum-Website handelt es sich dabei um zehn von 600 Felsen. 

Was sagt das Publikum?

In Norwegen, zum Beispiel in Alta, Østfold oder Fredrikstad lässt man die Farbe dagegen verwittern und versucht sogar, bereits bestehende Farbe so schonend wie möglich zu entfernen. Noch unklar ist, wie das beim Publikum  ankommt – eine Sache, die nun in Fredrikstad gezielt erforscht werden soll. 

Schräges Licht hilft

Ohne Farbe ist das eingeritzte Tier schwerer sichtbar (Alta).

Ein Nachteil ist ganz offensichtlich: Man sieht die Motive schlechter. Diese Tipps gibt Tanum, damit man die nicht nachgemalte Bergkunst besser sieht:

  • Nicht um die Mittagszeit, sondern bei möglichst tiefstehender Sonne kommen, denn dies wirft größere Schatten und die Ritzungen sind besser sichtbar.
  • Die Kontraste sind am nassen Berg sichtbarer
  • Man kann die Ritzungen nach Einbruch der Dunkelheit auch mit der Taschenlampe anleuchten, sofern man um diese Zeit noch hinkommt.

Was hat die Menschen früher bewegt?

Die Felsritzungen zeigen unter anderem Tiere und Schiffe. Man kann erahnen, was die Menschen früher bewegt hat. Die Bergkunst in Alta beispielsweise ist 2000 bis mehr als 7000 Jahre alt. Ein Besuch ist nur zur schneefreien Zeit sinnvoll.  

Mit der Landhebung nach oben gewandert

Neben den Geschichten um die Bilder ist noch ein zweiter Aspekt interessant: Die Felsritzungen wurden einst vom Strand aus auf Meeresebene angelegt. Aufgrund der postglazialen Landhebung liegen sie heute deutlich höher. Mehr dazu:

 

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SMR-Pläne bei Ringhals weiter, Karlshamn sagt nein zu SMR

Schweden. Die schwedische Regierung möchte neuer Atomkraft auf allen Ebenen den Weg ebnen. Deshalb soll der Staat nun auch direkt als Investor für neue Reaktoren in Ringhals einsteigen. Bei einem anderen potenzielle Atom-Standort, Karlshamn, haben sich die Einwohner aber gerade in einem Volksentscheid mehrheitlich gegen ein neues Atomkraftwerk ausgesprochen. Darüber berichtete unter anderem SVT. 

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Neuer Raketenstart-Versuch heute für Isar Aerospace

Andøya (Norwegen). Die Polizei Nordland hat ein neues Zeitfenster für einen Start der Spectrum-Trägerrakete von Isar Aerospace angekündigt: Von heute bis Sonntag 21. Juni. Der erste Versuch soll heute Abend stattfinden. Straßen an Land und auch das nahe Seegebiet werden vorübergehend gesperrt. Klappt der Start diesmal, wäre es die erste Orbitalrakete aus Europa im All. Update: Der Versuch wurde wegen technischer Probleme abgebrochen. 

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Mehr Eisberge unterwegs – Auswirkungen auf die Tiefsee

Arktis. Immer mehr Eisberge treiben durch die Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen. Was zunächst ein subjektiver Eindruck war, konnten Forscher des deutschen Alfred-Wegener-Instituts (AWI) nun belegen. Diese vielen Eisberge erhöhen die Gefahren für die Schifffahrt. Das Geröll, das sie von Land mitbringen, verändert wiederum das Leben auf dem Meeresboden. Dazu ist nun ein Artikel in Nature erschienen.

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Gewerkschaft beendet Blockade gegen Nordic Unique Travels

Finnland. Im Mai hatte die finnische Dienstleistungsgewerkschaft PAM ihre Mitglieder dazu aufgerufen, sich nicht beim Tourismusunternehmen Nordic Unique Travels zu bewerben. Anlass waren laut PAM „wiederholte und absichtliche Verletzungen der Tarifverträge“. Diese Bewerbungsblockade hat PAM nun aufgehoben. Wie die Gewerksachft auf ihrer Webseite schreibt, seien nach dem Blockade-Aufruf schnell Gespräche zustande gekommen. Unter anderem hat das Unternehmen nun die ausstehenden Löhne bezahlt und sich dazu verpflichtet, den den Gesetzen und den im Tarifvertrag vorgeschriebenen Regeln zu folgen. Die Gewerkschaft werde die Vertragsbedingungen aber weiter im Blick behalten, so PAM. Zur Vorgeschichte siehe Finnische Gewerkschaft warnt von Job bei Nordic Unique Travels

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Noch ein Beerenunternehmer wegen Menschenhandels verurteilt

Finnland. Der frühere Geschäftsführer des Beeren-Unternehmens Polarica wurde vom Amtsgericht Lappland wegen 78 Fällen von Menschenhandel zu 2,5 Jahren Haft verurteilt. Seine thailändische Geschäftspartnerin muss neun Monate ins Gefängnis. Darüber berichtete Yle  (englisch, finnisch, schwedisch). Das Urteil wird aber voraussichtlich angefochten werden. 

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Straße zur Insel Hailuoto schon Ende Juni fertig

Hailuoto (Finnland). Das ging schneller als erwartet: Schon Ende Juni kann man voraussichtlich über Dämme und Brücken auf die Insel Hailuoto fahren. Die Fährfahrten werden dann eingestellt. Damit wird die Insel vor Oulu einfacher zugänglich. Darüber berichtete auch Yle.

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