Island: Walfangsaison begonnen – Watson-Team unterwegs

Island. Die Walfangschiffe Hvalur 8 und Hvalur 9 haben die diesjährige Jagd auf Finnwale gestartet, meldet RÚV. Islands letzter Walfang-Reeder Kristján Loftsson muss aber damit rechnet, dass seine Schiffe gestört werden: Anti-Walfang-Aktivist Paul Watson hat eine Aktion namens “ Operation 86″ angekündigt. Damals versenkte Aktivisten der vor Watson gegründetet Organisation Sea Shepherd zwei von Loftssons vier Walfangschiffen. 

Walfangschiff von oben

Walfangschiff vor Island. Archivfoto Arne Feuerhahn/Hard to port

Dass die Walfang-Crews sich in diesem Jahr von nichts und niemandem aufhalten lassen wollen, zeigte sich am Donnerstag: Wie RÚV berichtet, legte das Walfangschiff Hvalur 9 in Reykjavík ab und fuhr nach Hvalfjörður, obwohl noch ein isländischer Aktivist oben im Mastkorb saß. Erst in Hvalfjörður konnte er von Bord gehen. 2023 hatten sich zwei Aktivistinnen ebenfalls in den Mastkorb geschmuggelt, jede auf einem Schiff, und so das Aulaufen von Hvalur 8 und Hvalur 9 um 33 Stunden verzögert. 

Bjarni Benediktsson verschaffte Loftsson die Lizenz

Dass Loftsson überhaupt losziehen darf, geht auf eine umstrittene Aktion des früheren und damals bereits abgewählte Premierministers Bjarni Benediktsson zurück. Dieser hatte als eine seiner letzten Amtshandlungen Loftssons Hvalur hf  noch eine Lizenz für fünf Jahre ausgestellt. Dabei kann die jetzt zuständige Ministerin sich ein Ende des Walfangs vorstellen. Das isländische Meeresforschungsinstitut hat auch die Quote gekürzt. Maximal 150 Finnwale dürfen in dieses Saison gefangen werden. Vor wenigen Monaten hatte Loftsson auch über den niedrigen Preis geklagt. Auf Island wird das Fleisch der Finnwale kaum gegessen. Es wurde in der Vergangenheit nach Japan verkauft.

„Operation 86“

In den vergangenen zwei Jahren hatte es auf Island keinen Walfang gegeben. Angesichts der diesjährigen Saison will sich aber auch Anti-Walfang-Aktivist Paul Watson wieder einmischen und „Walfang auf Island endgültig beenden“, wie es Watson selbst im Interview mit Reykjavik Grapevine verkündete. Das Schiff Bandero der Paul Watson Foundation  ist bereits auf dem Weg nach Island, für die „Operation 86“. Die Captain Paul Watson Foundation beschreibt ihre Methode als „aggressive nonviolence“ . Mit dem Namen „Operation 86“ erinnert das Team an die Aktion der einst ebenfalls von Paul Watson gegründeten Organisation Sea Sherpherd  im Jahr 1986. Damals wurden  zwei von Loftssons vier Walfangschiffen versenkt. Menschen kamen damals nicht zu Schaden, einen Prozess gab es nie.

Frühere Artikel zum Thema:

Neue Walfang-Diskussion auf Island – Saison noch unklar

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Kein Zurück mehr: Der Schiffstunnel von Stad kommt

Norwegen. Totgesagte leben länger, heißt es. Ein Beispiel dafür ist der geplante Schiffstunnel von Stad in West-Norwegen. Mehrfach wurde das Projekt wegen der hohen Kosten gestoppt. Allein seit der jüngsten Wahl versuchte Premierminister Jonas Gahr Støre zwei Mal, das Projekt aus finanziellen Gründen zurück in die Schublade zu verbannen. Doch der Schiffstunnel hat auch viele Befürworter. Mit dem gestrigen Beschluss im Storting steht fest: Die Bauaufträge werden vergeben – zum Preis von 8,6 Milliarden NOK, umgerechnet 770 Millionen Euro.

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Glad Midsommar! Hauskaa Juhannusta!

Sommer am Luleälven

 

„Ich stelle ein Schüssel Sonnenschein für mich hin“

(aus: „Midsommar blues“ von Nike Markelius, übersetzt)

 

  • In Schweden ist heute Midsommarafton, in Finnland Juhannusaatto – am Abend wird privat gefeiert. Morgen ist in beiden Ländern ein offizieller Feiertag.
  • Die astronomische Sommersonnwende findet in diesem Jahr am 21. Juni um 10.24 Uhr (mitteleuropäische Sommerzeit) statt. 
  • Am 23. Juni ist in Norwegen Sankthansafton, was gerne mit einem Feuer gefeiert wird. Norwegens größtes Sankthans-Feuer, Slinningsbålet in Ålesund, wird jedoch immer an einem Samstag abgebrannt, dieses Jahr bereits am 20. Juni um 21 Uhr. 

Siehe auch: Mitternachtssonne und Polarnacht

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Breiðafjörður-Fähre als Ersatz zu den Westmännerinseln

Island. Die Haupt-Reisesaison auf Island hat begonnen – und es gibt Probleme mit den Fährverkehr zu den Westmännerinseln. Bis voraussichtlich Mitte Juli gibt es deshalb eine Fähr-Rochade, wie die Verkehrsbehörde mitteilte: Neben der Stammfähre Herjólfur fährt auch Baldur zu den Westmannerinseln. Dessen Aufgabe im Breiðafjörður übernimmt so lange die kleinere Særún, die aber nur nach Flatey fährt und keine Autos transportiert. 

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Bergkunst lieber nachgemalt oder natur?

Norwegen/Schweden. Sollten Felsritzungen nachgemalt sein, damit man sie besser sieht, oder sollte nur das ungemalte Original präsentiert werden? Heutzutage malt man Felsritzungen nicht mehr an – in Norwegen wird die Farbe sogar aktiv entfernt. Darüber berichtete NRK.

Felsen, Bilder mit roter Farbe

Felsritzungen in Alta, mit Farbe nachgemalt

Aus wissenschaftlicher Sicht besteht heute Konsens darüber, dass die Felsritzungen in Norwegen und Schweden von ihren Urhebern nicht nachgemalt wurden. Die ungemalten, und damit schwer sichtbaren Ritzungen sind zweifellos das authentischere Erlebnis. Die Farbe kann den Originalen sogar schaden, wie man inzwischen weiß, “ da bei abblätternder Farbe kleine Mineralkörner von der Felsoberfläche mitgerissen werden können“, wie das Bergkunst-Welterbemuseum in Alta schreibt. Es zeigte sich auch, dass nicht alle der früheren Malungen korrekt waren. 

Nachmalen der Felsritzungen in Skandinavien lange üblich 

Allerdings war es in Skandinavien über Jahrzehnte üblich, Felsritzungen nachzumalen, um sie besser sichtbar zu machen – zumindest einen Teil dessen, was man vorzeigen kann. Wie NRK berichtet, hält beispielsweise das Welterbemuseum im schwedischen Tanum daran fest, auf den meistbesuchten Teilen der Anlage die Bemalung weiterhin zu erneuern,  um die Motive einfach zugänglich zu machen. Laut der Tanum-Website handelt es sich dabei um zehn von 600 Felsen. 

Was sagt das Publikum?

In Norwegen, zum Beispiel in Alta, Østfold oder Fredrikstad lässt man die Farbe dagegen verwittern und versucht sogar, bereits bestehende Farbe so schonend wie möglich zu entfernen. Noch unklar ist, wie das beim Publikum  ankommt – eine Sache, die nun in Fredrikstad gezielt erforscht werden soll. 

Schräges Licht hilft

Ohne Farbe ist das eingeritzte Tier schwerer sichtbar (Alta).

Ein Nachteil ist ganz offensichtlich: Man sieht die Motive schlechter. Diese Tipps gibt Tanum, damit man die nicht nachgemalte Bergkunst besser sieht:

  • Nicht um die Mittagszeit, sondern bei möglichst tiefstehender Sonne kommen, denn dies wirft größere Schatten und die Ritzungen sind besser sichtbar.
  • Die Kontraste sind am nassen Berg sichtbarer
  • Man kann die Ritzungen nach Einbruch der Dunkelheit auch mit der Taschenlampe anleuchten, sofern man um diese Zeit noch hinkommt.

Was hat die Menschen früher bewegt?

Die Felsritzungen zeigen unter anderem Tiere und Schiffe. Man kann erahnen, was die Menschen früher bewegt hat. Die Bergkunst in Alta beispielsweise ist 2000 bis mehr als 7000 Jahre alt. Ein Besuch ist nur zur schneefreien Zeit sinnvoll.  

Mit der Landhebung nach oben gewandert

Neben den Geschichten um die Bilder ist noch ein zweiter Aspekt interessant: Die Felsritzungen wurden einst vom Strand aus auf Meeresebene angelegt. Aufgrund der postglazialen Landhebung liegen sie heute deutlich höher. Mehr dazu:

 

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SMR-Pläne bei Ringhals weiter, Karlshamn sagt nein zu SMR

Schweden. Die schwedische Regierung möchte neuer Atomkraft auf allen Ebenen den Weg ebnen. Deshalb soll der Staat nun auch direkt als Investor für neue Reaktoren in Ringhals einsteigen. Bei einem anderen potenzielle Atom-Standort, Karlshamn, haben sich die Einwohner aber gerade in einem Volksentscheid mehrheitlich gegen ein neues Atomkraftwerk ausgesprochen. Darüber berichtete unter anderem SVT. 

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Neuer Raketenstart-Versuch heute für Isar Aerospace

Andøya (Norwegen). Die Polizei Nordland hat ein neues Zeitfenster für einen Start der Spectrum-Trägerrakete von Isar Aerospace angekündigt: Von heute bis Sonntag 21. Juni. Der erste Versuch soll heute Abend stattfinden. Straßen an Land und auch das nahe Seegebiet werden vorübergehend gesperrt. Klappt der Start diesmal, wäre es die erste Orbitalrakete aus Europa im All. Update: Der Versuch wurde wegen technischer Probleme abgebrochen. 

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Mehr Eisberge unterwegs – Auswirkungen auf die Tiefsee

Arktis. Immer mehr Eisberge treiben durch die Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen. Was zunächst ein subjektiver Eindruck war, konnten Forscher des deutschen Alfred-Wegener-Instituts (AWI) nun belegen. Diese vielen Eisberge erhöhen die Gefahren für die Schifffahrt. Das Geröll, das sie von Land mitbringen, verändert wiederum das Leben auf dem Meeresboden. Dazu ist nun ein Artikel in Nature erschienen.

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Gewerkschaft beendet Blockade gegen Nordic Unique Travels

Finnland. Im Mai hatte die finnische Dienstleistungsgewerkschaft PAM ihre Mitglieder dazu aufgerufen, sich nicht beim Tourismusunternehmen Nordic Unique Travels zu bewerben. Anlass waren laut PAM „wiederholte und absichtliche Verletzungen der Tarifverträge“. Diese Bewerbungsblockade hat PAM nun aufgehoben. Wie die Gewerksachft auf ihrer Webseite schreibt, seien nach dem Blockade-Aufruf schnell Gespräche zustande gekommen. Unter anderem hat das Unternehmen nun die ausstehenden Löhne bezahlt und sich dazu verpflichtet, den den Gesetzen und den im Tarifvertrag vorgeschriebenen Regeln zu folgen. Die Gewerkschaft werde die Vertragsbedingungen aber weiter im Blick behalten, so PAM. Zur Vorgeschichte siehe Finnische Gewerkschaft warnt von Job bei Nordic Unique Travels

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Noch ein Beerenunternehmer wegen Menschenhandels verurteilt

Finnland. Der frühere Geschäftsführer des Beeren-Unternehmens Polarica wurde vom Amtsgericht Lappland wegen 78 Fällen von Menschenhandel zu 2,5 Jahren Haft verurteilt. Seine thailändische Geschäftspartnerin muss neun Monate ins Gefängnis. Darüber berichtete Yle  (englisch, finnisch, schwedisch). Das Urteil wird aber voraussichtlich angefochten werden. 

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